Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat heute RYBREVANT FASPRO für eine weitere Krebsindikation beschleunigt zugelassen. Das Präparat von Johnson & Johnson nutzt Halozymes ENHANZE-Technologie. Damit erweitert sich deren Einsatzgebiet auf bestimmte vorbehandelte Patienten mit Kopf-Hals-Krebs. Für Halozyme stärkt das die Wachstumsperspektive, sofern sich die zusätzliche Anwendung im Behandlungsalltag durchsetzt.
Zulassung für vorbehandelte Patienten
Die Entscheidung betrifft Erwachsene mit wiederkehrendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich. Voraussetzung ist ein Fortschreiten der Erkrankung während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie und einer Anti-PD-(L)1-Therapie. HPV-assoziierter Oropharynxkrebs ist von der Zulassung ausgeschlossen.
RYBREVANT FASPRO kombiniert Amivantamab mit Hyaluronidase-lpuj und wird in diesem Anwendungsgebiet als Einzeltherapie eingesetzt. Laut Halozyme handelt es sich um die erste zugelassene dual zielgerichtete Therapie in dieser Behandlungssituation. Sie richtet sich gegen EGFR und MET.
Für Anleger ist die Erweiterung des Einsatzgebiets relevant: Halozymes Lizenzgebührengeschäft profitiert von der Nutzung seiner Technologie durch Partner. Die neue Indikation bietet deshalb zusätzliches Potenzial, sofern Ärzte das Präparat für die zugelassene Patientengruppe einsetzen.
Lizenzgebühren tragen das Wachstum
Wie wichtig dieses Geschäft bereits ist, zeigen die gestern vorgestellten Ergebnisse. Im dritten Quartal 2026 erreichten die Lizenzgebühren einen Rekordwert von 341 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die neue Zulassung ergänzt damit einen bereits wachsenden Geschäftsbereich. Für die weitere Entwicklung kommt es sowohl auf die Nutzung zugelassener Partnerpräparate als auch auf Fortschritte der klinischen Programme an.
Halozyme erhöhte seine Umsatzprognose für 2026 auf 1,86–1,925 Mrd. US-Dollar. Medienberichten zufolge lag der Mittelpunkt der angehobenen Prognose allerdings nur knapp über dem Analystenkonsens.
Diese Erwartungshürde erklärt die verhaltene Aufnahme der Geschäftszahlen. Umsatz und bereinigter Gewinn je Aktie übertrafen zwar die Schätzungen. Anleger hatten nach dem Kursanstieg vor dem Bericht offenbar auf einen stärkeren Ausblick gesetzt.
Analysten gewichten die Perspektiven unterschiedlich
Citizens-Analyst Jason Butler hob sein Kursziel heute auf 149 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Outperform“. Er verwies auf die Ergebnisse über den Erwartungen, das starke Lizenzgebührenwachstum und die erhöhte Jahresprognose.
Damit setzt Citizens auf die Fortsetzung des operativen Wachstums. Die heutige Zulassung passt zu diesem Blickwinkel, sofern die breitere Anwendung der ENHANZE-Technologie zusätzliche Nachfrage bei den Partnerpräparaten schafft.
Wells Fargo erhöhte das Kursziel ebenfalls, blieb mit 110 US-Dollar und „Equal Weight“ aber zurückhaltender. Das Haus sieht die Quartalszahlen insgesamt im Rahmen: Höhere Lizenzgebühren hätten schwächere Kooperationserlöse ausgeglichen. Langfristiges Aufwärtspotenzial hängt nach Einschätzung der Analysten von Hypercon ab.
Für Halozyme sprechen somit das kräftige Lizenzgebührenwachstum und die Erweiterung zugelassener Anwendungen. Zusätzliche Unterstützung für die Bewertung entsteht, sofern daraus ein Geschäftswachstum folgt, das die bereits hohen Erwartungen übertrifft.
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