Drei Monate nach dem Ausbruch des Kriegs normalisiert sich die Lage für Hapag-Lloyd im Persischen Golf — zumindest teilweise. Zwei weitere Containerschiffe der Hamburger Reederei haben das Gebiet verlassen, bestätigte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstagabend. Damit hat der Konzern den Großteil seiner im Golf festsitzenden Flotte in Sicherheit gebracht.
Zuletzt saßen noch vier Schiffe in der Region fest. Von diesen beiden verbliebenen: Eines ist unterverchartert und damit nicht direkt im Betrieb von Hapag-Lloyd, das andere erhielt nach Angaben der Sprecherin einen neuen Einsatz in der Region. Namen der Schiffe und genaue Durchfahrtzeiten durch die Straße von Hormus nannte das Unternehmen nicht — aus Sicherheitsgründen.
Hormus: Erholung auf niedrigem Niveau
Die Straße von Hormus, einzige Verbindung zwischen Persischem Golf und offenen Weltmeeren, war nach Kriegsausbruch Ende Februar zunächst vom Iran und später auch von den USA weitgehend blockiert worden. Der Verkehr durch die Passage erholt sich seither schrittweise, liegt aber noch weit unter dem Vorkriegsniveau.
Der maritime Datenanbieter AXSMarine zählte am Mittwoch 62 Durchfahrten — etwa halb so viele wie im gleichen Zeitraum 2025. Für eine Reederei wie Hapag-Lloyd bedeutet das weiterhin operative Einschränkungen, auch wenn die akute Gefahr gebannter scheint.
Kurs reagiert verhalten
Die Nachricht ließ die Aktie am Freitagvormittag nicht steigen. Im Gegenteil: Das Papier verlor rund ein Prozent auf 115,20 Euro. Offenbar werten Anleger den Abzug der Schiffe eher als Bestätigung einer ohnehin bekannten Problemlage, weniger als positiven Impuls.
Der Normalisierungsprozess an der Straße von Hormus dürfte für Hapag-Lloyd entscheidend bleiben — nicht nur wegen der verbliebenen Schiffe in der Region, sondern weil die Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel und damit für die Nachfrageentwicklung in der Containerschifffahrt insgesamt zentral ist. Solange die Passagenzahlen bei rund der Hälfte des Vorjahresniveaus verharren, bleibt das ein struktureller Gegenwind für den Hamburger Konzern.
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