Druckmaschinen, Ladestationen, Drohnen — Heidelberger Druckmaschinen verfolgt gerade drei Geschäftsfelder gleichzeitig. Das Unternehmen zeigt sich auf Messen und Konferenzen aktiv. An der Börse kommt das bisher nicht an.
Amperfied präsentiert neues Geschäftsmodell
Die Tochtergesellschaft HEIDELBERG Amperfied stellt auf der Power2Drive Europe in München ihr Modell PerformancePRIME vor. Die Messe läuft vom 23. bis 25. Juni. Amperfied will sich damit vom reinen Hardware-Anbieter zum Komplettpartner für Ladeinfrastrukturen entwickeln.
Das Ziel: ein breiteres Leistungsangebot rund um das Laden von Elektrofahrzeugen. Konkrete Umsatzzahlen oder Kundennamen für diesen Bereich nennt das Unternehmen nicht.
Drohnen für die NATO-Verteidigung
Parallel läuft ein weiteres Projekt. Das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG Autonomous Systems, an dem Heidelberg beteiligt ist, hat ein Memorandum of Understanding mit dem ukrainischen Drohnenhersteller Skyeton unterzeichnet. Ziel ist die Produktion NATO-konformer unbemannter Luftfahrtsysteme für den europäischen Verteidigungsmarkt. Das MoU wurde gestern auf der Industrial Technology-Konferenz von mwb research bekannt.
Das Kerngeschäft läuft derweil weiter. Die Druckerei Siepmann investiert in hybride Druckproduktion mit Heidelberg-Lösungen — ein Zeichen, dass der klassische Markt nicht wegbricht.
Marge sinkt, Verlust erwartet
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 meldete Heidelberger Druckmaschinen einen stabilen Umsatz von 2,29 Milliarden Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge fiel auf 6,6 Prozent — nach 7,1 Prozent im Vorjahr.
Für 2026/2027 rechnet der Vorstand mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Abfindungen und Produktionsverlagerungen belasten das Ergebnis einmalig. Dennoch peilt das Management stabile Umsätze und eine höhere Marge an — gestützt durch ein Sparprogramm zur Kostenkontrolle.
Die Aktie spiegelt die Unsicherheit wider. Mit 1,45 Euro liegt sie rund 43 Prozent unter dem Jahreshoch von 2,54 Euro und hat seit Jahresanfang fast 29 Prozent verloren. Ob die Diversifizierung in Elektromobilität und Verteidigung die Profitabilität tatsächlich hebt, wird sich erstmals in den Zahlen für 2026/2027 zeigen — erwartet im Frühjahr 2027.
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