Heidelberger Druckmaschinen will weg vom Auf und Ab des Druckmaschinenmarkts. Die Konzerntochter Amperfied startet ein abonnementbasiertes Modell für Ladeinfrastruktur — und zeigt damit, wie ernst der Konzern die Diversifizierung nimmt. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem Minus.
PerformancePRIME: Monatliche Gebühren statt Einmalgeschäft
Auf der Fachmesse Power2Drive Europe in München präsentiert Amperfied ab dem 23. Juni das neue Portfolio „PerformancePRIME“. Das Modell ist herstellerunabhängig und deckt Planung, Installation und Service für Ladeinfrastrukturen ab. Kunden zahlen monatliche Raten statt einmaliger Projektkosten.
Zwei Pakete stehen im Mittelpunkt: „UptimePRIME“ zielt auf maximale Verfügbarkeit der Ladepunkte. „BusinessPRIME“ soll Betreibern zusätzliche Umsatzpotenziale erschließen.
Amperfied hat bereits Referenzkunden. SAP etwa hat im zweiten Quartal 2025 rund 1.720 Ladepunkte auf das Cloud-Backend von Amperfied migriert. Geplant ist eine Erweiterung auf etwa 3.700 Punkte. Auch Siemens Energy gehört zu den genannten Partnern.
Drucktechnologie: Plasma statt Vorbehandlung
Parallel dazu setzt Heidelberger in seinen UV-Digitaldruckern der Serien Omnifire 250 und 1000 auf Openair-Plasma-Technologie des Partners Plasmatreat. Rotierende Düsen reinigen und aktivieren Oberflächen vor dem Druckprozess. Das Ergebnis laut Unternehmen: bessere Tintenhaftung, höhere Farbbrillanz und schärfere Konturen im Inkjet-Verfahren.
Aktie unter Druck, aber meistgehandelt im SDAX
Die Kursentwicklung spiegelt die positive Nachrichtenlage nicht wider. Die Aktie notiert bei 1,52 Euro — ein Tagesrückgang von 3,54 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus fast 25 Prozent.
Auffällig ist das Handelsvolumen. Mit knapp 292.000 gehandelten Aktien war der Titel am Dienstagmittag auf XETRA der meistgehandelte Wert im SDAX. Das deutet auf erhöhte Aufmerksamkeit hin — in welche Richtung auch immer.
Der Konzern setzt mit dem Amperfied-Modell auf planbare, wiederkehrende Einnahmen. Ob Neukunden das Abonnementmodell annehmen, wird zeigen, wie tragfähig dieser Pfeiler jenseits des klassischen Druckgeschäfts tatsächlich ist. Erste Signale dürfte die Messe in München liefern.
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