Knapp 10 Millionen Euro aus Kanada, ein Rekord-Auftragsbestand und eine Übernahme beim Kartellamt — Hensoldt hat derzeit viel Bewegung. Die Aktie quittierte das am Dienstag mit einem Kurssprung von knapp 6 Prozent auf 78,54 Euro.
Ersatzteile für Leopard-2-Panzer
Der neue Auftrag kommt von den kanadischen Streitkräften. Hensoldt liefert Ersatzteile für die Optronik der Leopard-2-Kampfpanzer — konkret das Kommandantenperiskop PERI R17 A3, das Wärmebildgerät ATTICA GL und das Fahrersichtsystem SPECTUS. Das Volumen liegt bei knapp 10 Millionen Euro.
Das Ziel: schnellere Instandsetzung und höhere Systemverfügbarkeit. Parallel plant Hensoldt, seine Service-Präsenz in Kanada für Land- und Marinesysteme auszubauen.
Nedinsco-Übernahme wartet auf grünes Licht
Größeres Gewicht hat für Investoren die geplante Akquisition des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco. Das Vorhaben ist seit März bekannt und liegt derzeit beim Bundeskartellamt zur Prüfung.
Der strategische Grund ist klar: Hensoldt sitzt auf einem Auftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro — ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nedinsco soll helfen, diesen Berg schneller abzuarbeiten. Wann das Kartellamt entscheidet, ist offen.
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Hauptversammlung am Freitag
Am 22. Mai findet die ordentliche Hauptversammlung statt. Dort stimmen Aktionäre über einen Dividendenvorschlag von 0,55 Euro je Aktie ab. Investoren erwarten außerdem Angaben zum Zeitplan der Nedinsco-Integration.
Das operative Fundament ist solide. Im ersten Quartal 2026 legte der Umsatz um 25 Prozent auf 496 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr hält das Management an seinem Ziel fest: 2,75 Milliarden Euro Umsatz und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent.
Der Kursanstieg von rund 9 Prozent in den vergangenen sieben Tagen zeigt, dass das Interesse zurückkehrt. Allerdings notiert die Aktie noch rund 6 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — der Weg zurück zu alten Hochs bleibt weit.
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