Aufträge im Wert von fast neun Milliarden Euro — und der Flaschenhals sitzt in der Produktion. Hensoldt hat das Problem erkannt und zieht an mehreren Hebeln gleichzeitig.
Jüngster Schritt: ein langfristiger Liefervertrag mit dem europäischen Halbleiterhersteller United Monolithic Semiconductors. Bis 2030 soll UMS insgesamt 900.000 Galliumnitrid-Bauteile liefern. Die GaN-Komponenten sind das technologische Herzstück der Radarsysteme — sie ermöglichen leistungsfähigere Hochfrequenzverstärker mit größerer Reichweite und niedrigerem Energieverbrauch. Hauptabnehmer intern ist die Spexer-Radarfamilie, die für Überwachungs- und Sicherheitsaufgaben eingesetzt wird.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Hensoldt?
Drei Fronten gegen den Produktionsstau
Der Halbleitervertrag ist nur ein Teil einer breiteren Offensive. Anfang März unterzeichnete Hensoldt den Übernahmevertrag für den niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco — rund 140 Mitarbeiter, zwei Jahrzehnte Erfahrung mit Hensoldt-Periskopen, Abschluss für Mitte 2026 geplant. Finanziert wird die Transaktion vollständig aus bestehenden Mitteln.
Beim Personalaufbau greift das Unternehmen auf eine ungewöhnliche Quelle zurück: AUMOVIO, ein Spin-off von Continental, baut weltweit bis zu 4.000 Stellen ab. An den süddeutschen Standorten Ulm, Lindau und Markdorf sind bis zu 600 Beschäftigte betroffen — viele mit Expertise in Systems Engineering und Softwareentwicklung. Eine formelle Rekrutierungsvereinbarung mit AUMOVIO soll diesen Pool für Hensoldt erschließen. Nach 1.200 Neueinstellungen im Vorjahr plant das Management für 2026 weitere 1.600 Stellen. Parallel fließen bis 2027 rund eine Milliarde Euro in den Kapazitätsausbau, überwiegend in Deutschland.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Hensoldt?
Nächster Prüfstein: Jahresabschluss am 26. März
Der Auftragseingang kletterte im Geschäftsjahr 2025 auf 4,71 Milliarden Euro — nach 2,90 Milliarden im Vorjahr. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9x zeigt, dass deutlich mehr Aufträge hereinkommen als ausgeliefert werden. Genau das ist das strukturelle Problem, das Hensoldt mit den beschriebenen Maßnahmen angehen will.
Am 26. März folgt der geprüfte Konzernabschluss für 2025, am 6. Mai dann die Q1-Zahlen. Beide Berichte werden zeigen, ob die Lücke zwischen Auftragsbestand und tatsächlichem Umsatz schrumpft. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent an — auf dem Weg zum langfristigen Ziel von sechs Milliarden Euro Jahresumsatz bis 2030.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 20. März liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Hensoldt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


