Das milliardenschwere Fregattenprogramm F126 ist Geschichte — für Hensoldt hält sich der Schaden jedoch in Grenzen. Der Rüstungselektronikkonzern reagierte heute mit einer offiziellen Mitteilung auf die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, das Programm zu beenden.

Was das F126-Ende bedeutet

Hensoldt lieferte für die F126-Fregatte das Marineüberwachungsradar TRS-4D. Der Gesamtauftragswert im Programm lag bei gut 200 Millionen Euro — davon hat das Unternehmen bereits mehr als ein Drittel als Umsatz realisiert. Für 2026 waren noch Erlöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich eingeplant.

Entscheidend für die Marktreaktion ist die Prognose-Aussage: Auf Basis der derzeit vorliegenden Informationen erwartet das Unternehmen keine Auswirkungen auf die kurz- oder mittelfristige Prognose. CEO Oliver Dörre betonte, dass der technologische Beitrag auf einer etablierten Produktfamilie basiere — kein Einzelprodukt, das mit dem Programm stirbt.

Radar bleibt gefragt

Das ist der Kern des Arguments: Die TRS-4D-Familie ist kein F126-Exklusivprodukt. Die Radare sind bereits auf der Fregatte F125 und der Korvette K130 der Deutschen Marine im Einsatz. International liefert Hensoldt die Technologie unter anderem für die brasilianischen Tamandaré-Fregatten — gebaut auf dem MEKO-Konzept, das Deutschland nun selbst für seine künftigen Fregatten bevorzugt.

Das Verteidigungsministerium will stattdessen acht Fregatten des Typs MEKO A-200 bei TKMS beschaffen — vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses. Hensoldt positioniert sich bereits als möglicher Partner für die Modernisierung der Deutschen Marine und steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit Werften und Kunden.

Kein Wunder, dass Anleger dennoch zurückhaltend reagieren: Die Aktie verlor am Dienstag rund 1,8 Prozent auf etwa 66,30 Euro. Der verbleibende Auftragsbestand aus dem F126-Programm und seine exakte vertragliche Abwicklung sind noch offen — Hensoldt stimmt die Details derzeit mit Vertragspartner Thales Netherlands ab. Sobald diese Klärung abgeschlossen ist, dürfte sich zeigen, ob der Rüstungskonzern beim Nachfolgeprogramm MEKO A-200 erneut zum Zug kommt.