Hensoldt präsentiert sich derzeit ausgesprochen stark. Die Aktie gewann am Freitag weitere mehr als 5,5 % und konnte sich auf nun sogar 87,54 Euro aufwärts schieben. Damit befindet sich das Papier inzwischen wieder im technischen Aufwärtstrend.

Hensoldt mit wichtigen Zeichen

Wichtige Trendindikatoren wie die 200-Tage-Linie wurden überwunden. Allerdings ist der Abstand zu diesen Marken noch gering. Ein ausreichendes Polster, das den Aufwärtstrend nachhaltig absichern würde, ist damit noch nicht entstanden. Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, weil Technologiewerte am Donnerstag teilweise erheblich unter Druck standen. Dieser Ausverkauf ging an der Rüstungsindustrie weitgehend vorbei. Hensoldt konnte sich sogar deutlich nach oben bewegen.

Offenbar gelingt es dem Unternehmen, die Börsen von seinen wirtschaftlichen Perspektiven zu überzeugen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Geschäft mit der Ukraine. Anfang Oktober war mit der Ukraine vereinbart worden, weitere Lieferungen hochentwickelter Radarsysteme zu prüfen. Solche Systeme sind für die militärische Verteidigung des Landes von erheblicher Bedeutung. Auch im Fall eines Friedensschlusses könnte Hensoldt mit seinen Radarsystemen weiterhin gute Geschäfte erzielen. Insofern erscheint dieser Geschäftsbereich möglicherweise sogar stärker abgesichert als manche Aktivitäten anderer Rüstungskonzerne, die sich beispielsweise auf Panzer und andere schwere Waffensysteme konzentrieren.

Wirtschaftlich ist Hensoldt ohnehin stark aufgestellt. Im ersten Halbjahr hatte sich der Auftragseingang auf rund 2,81 Milliarden Euro verdoppelt. Der Auftragsbestand erreichte mit mehr als 10,3 Milliarden Euro einen neuen Rekord. Bemerkenswert ist dabei der Vergleich mit dem Börsenwert. Dieser liegt bei rund 9,44 Milliarden Euro und damit unterhalb des gesamten Auftragsbestands. Möglicherweise wird die starke Auftragslage an den Börsen bislang noch nicht vollständig gewürdigt. Allerdings bleibt die Aktie hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird mit etwa 75 bis 78 angegeben. Damit ist Hensoldt deutlich teurer als beispielsweise Rheinmetall.

Die Analysten lassen sich davon bislang nicht abschrecken. Ihre durchschnittlichen Kursziele liegen bei etwas mehr als 90 Euro. Je nach berücksichtigten Einschätzungen wird ein Wert von rund 92 Euro genannt. Am 5. November wird Hensoldt die Zahlen für das dritte Quartal präsentieren. Diese könnten die wirtschaftlich starke Ausgangsposition des Unternehmens noch einmal unterstreichen.