Auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin schlägt Hensoldt einen neuen Weg ein. Der Rüstungskonzern arbeitet künftig mit dem Münchener Technologie-Spezialisten SE3 Labs zusammen. Im Fokus steht künstliche Intelligenz. Die Systeme sollen komplexe Gefechtsfelder künftig dreidimensional erfassen.
Vom Hardware-Bauer zum Software-Konzern
Die beiden Unternehmen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie entwickeln sogenannte räumliche und agentische KI für moderne Verteidigungssysteme. Das Ziel: Autonome Entscheidungen in Sekundenbruchteilen. Sensoren liefern bald nicht mehr nur Rohdaten. Sie schlagen proaktiv Handlungsoptionen für den Einsatz vor.
Parallel dazu präsentierte Hensoldt sein neues „Battle Lab“. In dieser Umgebung testet der Konzern vernetzte Software-Fähigkeiten. Das Projekt gehört zum internen Umbauprogramm „North Star“. Hensoldt wandelt sich damit vom reinen Hardware-Produzenten zum Anbieter integrierter Gesamtlösungen. Analysten bewerten diesen Schritt positiv. Die Wertschöpfung pro Plattform steigt durch die intelligente Datenauswertung spürbar.
Starke Kasse stützt Übernahmen
Der finanzielle Spielraum für solche Entwicklungen wächst. Kürzlich hob das Management die Prognose für den bereinigten freien Cashflow an. Hensoldt erwartet für das laufende Jahr nun eine Cashflow-Umwandlungsquote von etwa 50 Prozent. Zuvor lag der Zielwert bei rund 40 Prozent.
Diese Liquidität sichert auch anstehende Zukäufe ab. Für den Sommer plant der Konzern die Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco.
Aktie sucht Bodenbildung
Die Börse honoriert die technologische Weichenstellung. Aktuell notiert das Papier bei 79,30 Euro und verbucht ein leichtes Tagesplus. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 10,17 Prozent auf der Kurstafel.
Dennoch bleibt der Abstand nach oben gewaltig. Die Aktie handelt 31,10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom vergangenen Oktober. Charttechnisch testet der Kurs derzeit wichtige Marken. Mit dem aktuellen Preisniveau bewegt sich der Titel exakt auf Höhe der 50-Tage-Linie.
Der neutrale RSI-Wert von 47,7 signalisiert eine Verschnaufpause. Hält die aktuelle Unterstützung an der 50-Tage-Linie, könnte die Aktie ihre jüngste Erholung weiter ausbauen.
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