Hensoldt will sein Überwachungssystem ARGOS-15 künftig auch in einem weiteren Flugzeugtyp einsetzen. Gemeinsam mit General Atomics AeroTec Systems stellte der Konzern eine Konfiguration für die Do228 NXT vor. Die Ausstattung soll das Spezialmissionsflugzeug bei Überwachung und Zielerfassung unterstützen. Einen konkreten Kundenauftrag nannten die Unternehmen bei der Präsentation nicht.

Das System kombiniert elektrooptische und infrarotbasierte Sensoren. Durch die Anpassung an zusätzliche Flugzeugplattformen kann Hensoldt neue Kundengruppen erschließen, ohne dafür eine vollständig neue Sensortechnologie entwickeln zu müssen. Welches Umsatzvolumen daraus entstehen könnte, ist mangels gemeldeter Bestellungen noch nicht bezifferbar.

Der Aufwärtstrend der Hensoldt ist intakt

An der Börse bewegt sich die Hensoldt-Aktie derzeit auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Am Dienstag gab sie um 0,17 % auf 83,53 Euro nach. In den vergangenen vier Wochen gewann das Papier 5,9 %, seit Jahresbeginn 13,84 %. Der Kurs liegt zudem 3,5 % über der 100-Tage-Linie und 4,6 % über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die Analysten setzen ihre Kursziele deutlich höher an. Deutsche Bank Research stufte Hensoldt Mitte Oktober auf „Buy“ hoch und nennt 105 Euro. Barclays erhöhte sein Ziel von 97 auf 101 Euro, blieb allerdings bei „Equalweight“. Im Mittel liegen die Zielmarken bei mehr als 91 Euro. Die Bewertungen wurden bereits vor der Vorstellung der neuen ARGOS-15-Konfiguration veröffentlicht.

Für die weitere Kursentwicklung könnten die Geschäftszahlen am 5. November größere Bedeutung haben als die Produktmeldung. Kepler Cheuvreux rechnet möglicherweise mit einem besseren operativen dritten Quartal als bislang erwartet und hält auch eine Anhebung der Jahresprognose für denkbar.

Mit der Quartalsmitteilung wird Hensoldt neue Zahlen zu Umsatz und Profitabilität vorlegen. Sie liefern den Anlegern eine Grundlage, die hohen Analystenziele mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung abzugleichen. Analysten bleiben offensichtlich sehr zuversichtlich.