Fast ein Drittel des Börsenwerts ist weg. Hermès notiert aktuell bei rund 1.607 Euro — knapp 34 Prozent unter dem Niveau vor zwölf Monaten und nur wenige Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 1.577 Euro. Wer auf eine Bodenbildung hofft, findet im Zahlenwerk durchaus Argumente. Wer auf die Bewertung schaut, bleibt skeptisch.
Solide Zahlen, ein Sondereffekt drückt den Gewinn
Das Geschäftsjahr 2025 lief operativ besser als die Kursentwicklung vermuten lässt. Der Umsatz kletterte auf 16 Milliarden Euro — ein Plus von 9 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das operative Ergebnis stieg auf 6,6 Milliarden Euro, die operative Marge hält sich bei 41 Prozent.
Beim Nettogewinn trübt ein Sondereffekt das Bild. Frankreich erhob eine Ausnahmeabgabe auf Gewinne großer Unternehmen, was den Konzernüberschuss auf 4,5 Milliarden Euro drückte — ein Rückgang von knapp 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ohne diese Belastung hätte der Gewinn um 5,5 Prozent zugelegt. Der freie Cashflow lag bei rund 3,9 Milliarden Euro, die Nettoliquidität wuchs auf 12,8 Milliarden Euro.
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Bewertung bleibt das eigentliche Problem
Trotz des Kursrückgangs ist Hermès alles andere als günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 39 — mehr als doppelt so hoch wie der europäische Luxusgüter-Durchschnitt von 18. Analyst Clive Thompson schätzt den fairen Wert auf rund 1.505 Euro je Aktie und sieht die Aktie damit immer noch um etwa 11 Prozent überbewertet. Avior Capital Markets bleibt dagegen optimistisch und hält an einem Kursziel von 2.152 Euro fest.
Der technische Blick verstärkt das gemischte Bild: Die Aktie notiert fast 20 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von rund 2.001 Euro. Der Abwärtstrend begann Anfang 2025 und hält an.
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Preiserhöhungen als Margenschutz
Um steigenden Kosten bei Rohstoffen, Löhnen und Wechselkursen entgegenzuwirken, hat Hermès in Südkorea die Preise angehoben — gemeinsam mit anderen Luxusmarken. In den USA bereitet das Unternehmen offenbar weitere Preisanpassungen vor, um mögliche Importzölle abzufedern.
Konzernchef Axel Dumas räumte regionale Schwächen ein, verwies aber auf die Fähigkeit des Konzerns, Rückgänge in einzelnen Märkten durch Stärke anderswo auszugleichen. Die vorgeschlagene Dividende von 18 Euro je Aktie — nach 16 Euro im Vorjahr — unterstreicht, dass das Management die Ertragskraft als intakt betrachtet. Die Hauptversammlung muss der Ausschüttung noch zustimmen.
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