Erstmals in seiner Geschichte gehört Hochtief zu den 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Seit Montag ist der Essener Baukonzern offiziell im DAX — und verdrängte dafür die Porsche SE, die in den MDAX wechselte.

KI-Rechenzentren und Rüstung füllen die Auftragsbücher

Der Aufstieg ist kein Zufall. Hochtief profitiert massiv vom globalen Bau von KI-Rechenzentren, vor allem in den USA. Hinzu kommen staatliche Infrastrukturprogramme und weltweit steigende Verteidigungsausgaben. Das Unternehmen ist damit in genau den Bereichen aktiv, wo die Investitionsnachfrage gerade am stärksten wächst.

CEO Juan Santamaría — der in Personalunion auch den spanischen Mehrheitseigentümer ACS führt — sieht die DAX-Mitgliedschaft als Basis für die nächste Wachstumsphase. Der Konzern kommt auf einen Börsenwert von knapp 40 Milliarden Euro.

Streubesitz als Kursverstärker

Am Debüttag legte die Aktie um 0,6 Prozent zu. Seitdem hat sie etwas nachgegeben. Aktuell notiert sie bei 503,00 Euro, ein Minus von 0,69 Prozent auf Tagesbasis.

Ein strukturelles Merkmal dürfte dabei eine Rolle spielen: ACS hält knapp 76 Prozent der Anteile. Der Streubesitz liegt bei rund 21 Prozent. Das ist für einen DAX-Wert ungewöhnlich wenig. Wenn Indexfonds nun kaufen müssen, trifft die Nachfrage auf ein enges Angebot — was Kursbewegungen in beide Richtungen verstärkt.

Auf Jahressicht hat die Aktie trotzdem eine beeindruckende Strecke zurückgelegt: plus 211,65 Prozent. Seit Jahresanfang steht ein Plus von rund 49 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch bei 554,50 Euro vom Mai liegt noch rund neun Prozent entfernt.