Honeywell macht ernst. Der Vorstand hat die Abspaltung der Luftfahrtsparte offiziell beschlossen. Damit endet eine Ära für den US-Mischkonzern. Die radikale Neuausrichtung auf Industrieautomation soll frisches Wachstum bringen.
Aktionäre erhalten für zwei bestehende Papiere eine neue Aktie der Gesellschaft „Honeywell Aerospace“. Der Stichtag für diese Zuteilung fällt auf Mitte Juni. Die Folge: Das Management zieht die verbleibenden Aktien im Verhältnis eins zu zwei zusammen. Das korrigiert die Kapitalstruktur nach der Trennung.
Fokus auf Automation
Das verbleibende Geschäft firmiert künftig unter dem Namen „Honeywell Technologies“. CEO Vimal Kapur richtet den Fokus voll auf den Markt für Industrieautomation. Dieser ist rund 35 Milliarden US-Dollar schwer.
Der Vorstand peilt ein jährliches organisches Wachstum von vier bis sechs Prozent an. Der Gewinn soll jährlich um mehr als zehn Prozent steigen.
Die Umsatzprognose für das laufende Jahr bleibt intakt. Honeywell erwartet hier Erlöse von bis zu 39,8 Milliarden US-Dollar. Jillian Evanko zieht neu in den Verwaltungsrat ein. Sie bringt die nötige Expertise für künftige Zukäufe mit.
Analysten sehen Potenzial
Die Börse reagiert wohlwollend auf die klaren Verhältnisse. Die Honeywell-Aktie kletterte zuletzt leicht auf 192,88 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von rund 15 Prozent auf der Anzeigetafel.
Analysten von JPMorgan und Mizuho raten weiterhin zum Kauf. Sie rufen Kursziele von bis zu 290 US-Dollar auf. Die Experten loben die disziplinierte Kapitalverteilung.
Ein Selbstläufer wird der Umbau allerdings nicht. Das Management muss künftige Übernahmen im Milliardenbereich reibungslos integrieren. Schwächelnde Margen im gesamten Industriesektor könnten die kritische Übergangsphase zusätzlich belasten.
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