Hut 8 Corp schließt eine bewegte Woche mit einem leichten Kursrückgang ab. Hinter den Kulissen treibt das Unternehmen jedoch den radikalen Umbau voran. Aus dem reinen Bitcoin-Miner soll ein Infrastruktur-Dienstleister für Künstliche Intelligenz werden.

Expansion der Rechenzentren

Das Herzstück dieser Strategie sind die Standorte River Bend und Beacon Point. Diese Rechenzentren verfügen über eine Kapazität von 597 Megawatt. Hut 8 meldet hier bereits vertraglich gesicherte Leasing-Einnahmen von 16,8 Milliarden Dollar.

Für den Ausbau von River Bend hat das Unternehmen eine Anleihe über 3,25 Milliarden Dollar platziert. Die Finanzierung deckt 95 Prozent der Kosten ab. Damit isoliert Hut 8 die Projektrisiken weitgehend von der restlichen Bilanz.

Bilanz zwischen Verlust und Optimierung

Trotz der Wachstumspläne drückten zuletzt Buchverluste auf das Ergebnis. Im ersten Quartal verbuchte Hut 8 einen Nettoverlust von 253 Millionen Dollar. Grund dafür waren vor allem Wertberichtigungen auf die eigenen Digitalbestände in Höhe von 295 Millionen Dollar.

Das Management optimiert parallel dazu die Liquidität. Es verhandelte eine Kreditlinie über 200 Millionen Dollar neu. Der Zinssatz sank dabei von neun auf sieben Prozent. Im gleichen Schritt flossen tausende Bitcoin zurück in die eigene Schatzkammer.

Regulierung und Marktumfeld

Institutionelle Investoren halten mittlerweile fast 32 Prozent der Anteile. Währenddessen verschärfen Behörden in Texas die Regeln für große Rechenzentren. Das neue „Batch Zero“-Framework prüft Projekte nun strenger auf ihre Belastung für das Stromnetz.

Die Aktie notiert mit 107,04 Euro rund elf Prozent unter ihrem Jahreshoch. Auf Jahressicht steht jedoch ein Plus von über 600 Prozent zu Buche. Anleger blicken nun auf die operative Umsetzung der Milliarden-Verträge im KI-Segment.