Die militärische Eskalation auf der Arabischen Halbinsel bedroht zunehmend Saudi-Arabiens zentrale Infrastruktur. Am Sonntag fing das saudische Militärbündnis erneut mehrere Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen der jemenitischen Huthi-Miliz ab. Die Angriffe zielten unter anderem auf die Hauptstadt Riad, den Süden des Landes sowie auf Ölanlagen.
Flughäfen und Seewege unter Beschuss
Der saudische Zivilschutz löste innerhalb von 24 Stunden Notfallwarnungen für Riad, Abha und Khamis Mushait aus. Nach Angaben des Militärbündnisses wurden zwei Drohnen und eine ballistische Rakete auf Riad sowie zehn weitere Raketen im Süden des Landes abgefangen. Die Huthi erklärten ihrerseits, neben Ölanlagen auch den internationalen Flughafen von Riad attackiert zu haben, und warnten Fluggesellschaften vor dessen Nutzung.
Der Flughafenbetrieb in der Hauptstadt läuft erst schrittweise wieder an. Nachdem eine Attacke am 10. Oktober den Verkehr lahmgelegt hatte, öffneten an diesem Sonntag lediglich zwei Terminals für Inlandsverbindungen und Flüge nationaler Fluggesellschaften. Flugdaten zeigten am Mittag weiterhin Hunderte gestrichene Verbindungen an.
Die Kämpfe hatten sich im Juli nach einer seit 2022 weitgehend eingehaltenen Waffenruhe wieder verschärft. Riad intensivierte seine Angriffe, nachdem Huthi-Kräfte strategische Gebiete an der Küste des Roten Meeres eingenommen hatten. Damit rückte die Miliz näher an die Straße von Bab al-Mandab heran. Diese Meerenge bildet eine der wichtigsten Seerouten für die Erdölausfuhren der Golfstaaten.
Reaktionen am Rohölmarkt
Die anhaltenden Angriffe auf die saudische Energieinfrastruktur schlagen sich direkt in den Preisen nieder. Der Preis für die globale Referenzsorte Brent legte am Sonntag um 3,30 Prozent zu.
Saudi-Arabien sieht sich als Verbündeter der USA damit an einer empfindlichen Flanke getroffen. Solange die Bedrohung der Schifffahrtswege am Roten Meer und der saudischen Förderanlagen anhält, bleibt die Sicherheitslage am Golf der bestimmende Faktor für die Energiepreise.


