Der IT-Konzern IBM baut die Funktionen seiner Plattform watsonx aus. Wie das Unternehmen und der Spezialist CUBE am Donnerstag mitteilten, arbeiten beide Anbieter künftig zusammen, um automatisierte Überwachungsfunktionen für weltweite KI-Regulierung bereitzustellen.

Die neue Funktion mit dem Namen Regulatory Horizon Scanning wird direkt in IBM watsonx.governance integriert. Unternehmen sollen damit kontinuierlichen Einblick in regulatorische Veränderungen erhalten, die ihre weltweiten KI-Systeme betreffen.

Fokus auf Governance und technologische Integration

Für IBM gewinnt das Thema KI-Compliance an Bedeutung, da multinationale Unternehmen zunehmend mit länderspezifischen Vorschriften für Algorithmen und automatisierte Entscheidungsprozesse konfrontiert sind. Durch die Einbindung der regulatorischen Datenbasis von CUBE soll watsonx.governance Kunden dabei unterstützen, rechtliche Vorgaben frühzeitig in ihren Entwicklungs- und Betriebsmodellen abzubilden.

Parallel zu den Fortschritten im Softwarebereich treibt der Konzern auch seine Hardware- und Grundlagenforschung voran. Am 26. August schloss IBM die Übernahme von HRL Laboratories, LLC ab.

Das Forschungsinstitut bringt Expertise bei Silizium-Spin-Qubits ein, die IBMs Ausrichtung auf supraleitende Quantencomputer ergänzen soll. Zum Spektrum von HRL Laboratories gehören zudem Quantensensorik, Werkstoffwissenschaften sowie elektronische Verbindungs- und Steuerungstechnologien.

Zurückhaltende Kursentwicklung vor den nächsten Quartalszahlen

An der Börse spiegeln sich die operativen Schritte derzeit nur verhalten wider. Am Freitag ging die IBM-Aktie mit einem Minus von 2,5 Prozent bei 201,90 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus des Papiers auf 22 Prozent.

Bereits im Juli war der Konzern nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal unter Druck geraten. Mit einem bereinigten Gewinn von 2,93 US-Dollar je Aktie und Erlösen in Höhe von 17,16 Milliarden US-Dollar verfehlte IBM die damaligen Marktschätzungen von 3,01 US-Dollar je Aktie beziehungsweise 17,86 Milliarden US-Dollar Umsatz.

In der Folge senkte das Management die Jahresprognose für das Umsatzwachstum auf eine Spanne von vier bis fünf Prozent. Klarheit über den aktuellen Geschäftsverlauf erhalten Anleger am 21. Oktober 2026, wenn IBM den nächsten Quartalsbericht vorlegt.