IBM treibt den Ausbau der eigenen Quantenhardware voran — mit einer eigenen Foundry und staatlicher Rückendeckung. Die Tochtergesellschaft Anderon hat heute eine Förderzusage über eine Milliarde Dollar vom US-Handelsministerium final unter Dach und Fach gebracht. Das Geld fließt in Forschung und Entwicklung für die Fertigung von Quanten-Wafern in den Vereinigten Staaten.
Von der Absicht zur Vereinbarung
Die Grundlage dafür wurde bereits im Mai gelegt, als IBM und das Ministerium eine Absichtserklärung unterzeichneten. Jetzt folgt die verbindliche Vereinbarung im Rahmen des CHIPS and Science Act — jenem Förderprogramm, mit dem Washington die heimische Chip- und Halbleiterfertigung stärken will. IBM selbst steuert eine weitere Milliarde Dollar an Investitionen in die Anderon-Foundry bei.
Die Fabrik steht in Albany im US-Bundesstaat New York und arbeitet mit 300-Millimeter-Wafern. Anderon versteht sich als reine Foundry — das Unternehmen fertigt also ausschließlich für andere Akteure der Quantenbranche, statt eigene Endprodukte zu entwickeln. Im Portfolio stehen spezialisierte Wafer für supraleitende Qubit-Arrays sowie für Signalverarbeitung und Auslesetechnik, die für unterschiedliche Quantenarchitekturen benötigt werden.
Erste Wafer laufen bereits
Bemerkenswert ist der operative Stand: Die ersten Quanten-Wafer laufen bereits durch die Produktionslinie. Das markiert den Übergang von der Vorserienforschung zur kommerziellen Fertigung — ein Schritt, den viele Quantenprojekte bislang nicht erreicht haben.
Für IBM ist die Foundry ein zentraler Baustein der eigenen Quanten-Roadmap. Skalierbare Fertigungskapazität gilt in der Branche als einer der größten Flaschenhälse auf dem Weg zu kommerziell nutzbaren Quantencomputern. Anderon soll künftig nicht nur supraleitende Qubits bedienen, sondern die Fertigung auf weitere Quantentechnologien ausweiten.
Der Deal reiht sich in eine Serie staatlich geförderter Investitionen in strategische Zukunftstechnologien ein. Für IBM bedeutet die gesicherte Fördermilliarde vor allem: Die Kapitalkosten für den teuren Ausbau der Produktionskapazität in Albany sinken, während das Unternehmen seine Position als Infrastrukturanbieter für die gesamte Quantenbranche festigt — nicht nur für die eigene Hardware-Sparte.
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