IBM hat sein weltweites Mediengeschäft neu geordnet. Ab dem 1. Juli 2026 übernimmt Omnicom Media die Rolle als globale Media-Agentur — zuständig für Planung und Einkauf in den Americas, EMEA, Japan und dem asiatisch-pazifischen Raum.
Das Ergebnis eines kompetitiven Auswahlverfahrens. Der bisherige Dienstleister WPP Media trat dabei nicht einmal zur Verteidigung des Mandats an.
Auftrag mit Milliardenhintergrund
Das Mandat hat erhebliches Gewicht. IBMs globale Medienausgaben lagen 2024 bei rund 330 Millionen US-Dollar. Bis 2025 sanken sie auf etwa 190 Millionen Dollar — ein deutlicher Rückgang, der sich auch im Gesamtbudget widerspiegelt. IBMs Werbe- und Promotionsausgaben fielen leicht auf 1,13 Milliarden Dollar, nach 1,17 Milliarden im Vorjahr.
Omnicom baut damit eine bereits bestehende Zusammenarbeit aus. Die EMEA-Zusammenarbeit startete im Januar 2025. Jetzt folgt die globale Ausweitung.
KI als Kern des Auftrags
IBM will seine Marketingmaschinerie schärfer auf Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Enterprise-Automatisierung ausrichten. Omnicom soll dabei die Verbindung zwischen Daten, Technologie und Kreativität herstellen.
IBMs Marketing-Chef Jonathan Adashek formulierte es klar: Omnicom bringe „einen global integrierten Ansatz und ein tiefes Verständnis dafür, wie Daten, Technologie und Kreativität im großen Maßstab zusammenwirken“. Das Ziel: vernetzte, relevante Markenerlebnisse, die IBMs langfristiges Wachstum stützen.
Bruch mit langjährigen Partnern
Der Agenturwechsel ist kein Einzelereignis. Im März 2026 trennte sich IBM von Ogilvy — nach 32 Jahren als globale Kreativagentur. Ogilvy gehört ebenfalls zu WPP. IBM schneidet damit seine wichtigsten Marketingbeziehungen zu WPP auf einen Schlag durch.
Omnicom selbst hat sich zuletzt erheblich vergrößert. Nach der Übernahme der Interpublic Group im November 2025 verwaltet der Konzern kombinierte Billings von 73,5 Milliarden Dollar. Zum Netzwerk gehören Agenturen wie OMD, PHD und Hearts & Science.
Aktie kaum bewegt
Die IBM-Aktie schloss am 29. Juni bei 278,21 Dollar — ein minimales Plus von 0,08 Prozent. Das Allzeithoch von 329,23 Dollar hatte das Papier erst Anfang Juni erreicht. Der Agenturwechsel hinterließ an den Märkten keinen messbaren Eindruck.
Parallel treibt IBM seine Technologieagenda voran. Das Unternehmen ist dem OpenAI Daybreak Cyber Partner Program beigetreten. Hinter dem Cybersicherheitsprojekt Lightwell stehen fünf Milliarden Dollar — finanziert von IBM und Red Hat gemeinsam.
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