IBM rüstet im Kampf gegen Hacker massiv auf. Der Technologiekonzern verbündet sich mit OpenAI. Gemeinsam bringen sie künstliche Intelligenz direkt in die Sicherheitszentralen großer Unternehmen. Das Ziel: Schwachstellen finden, bevor sie ausgenutzt werden.

KI gegen Hacker

Seit dem 22. Juni gehört IBM zum Daybreak Cyber Partner Program. Der Konzern nutzt die Modelle von OpenAI für einen neuen Sicherheitsdienst. Dieser scannt den Programmcode von Firmenkunden. Die Software sucht nicht nur nach Fehlern. Sie prüft direkt, ob Hacker diese Lücken tatsächlich ausnutzen können. Das senkt die Zahl der Fehlalarme drastisch.

Der Handlungsdruck wächst. Erst kürzlich warnten westliche Geheimdienste vor einer neuen Welle KI-gesteuerter Cyberangriffe. Laut einem aktuellen Verizon-Bericht beginnen 31 Prozent aller Datenlecks bei Softwarefehlern. IBM steuert mit dem Projekt Lightwell gegen. Zusammen mit der Tochter Red Hat investiert der Konzern fünf Milliarden US-Dollar in die Absicherung von Open-Source-Code.

Frisches Geld und starke Margen

Parallel dazu sichert sich IBM finanzielle Flexibilität. Das Management verlängerte bestehende Kreditlinien im Volumen von zehn Milliarden US-Dollar um jeweils ein Jahr. Die Gelder stehen nun bis 2029 und 2031 zur Verfügung. Konsortialführer ist JPMorgan Chase.

Genau diese US-Bank sorgt derzeit für Rückenwind an der Börse. JPMorgan stufte die IBM-Papiere kürzlich auf „Overweight“ hoch. Die Analysten loben besonders das margenstarke Softwaregeschäft. Diese Sparte liefert mittlerweile 45 Prozent des Umsatzes und rund zwei Drittel der Konzerngewinne.

Anleger honorieren den Umbau zum Software-Plattformbetreiber. Mit einem Kurs von 231,50 Euro legte das Papier auf Wochensicht um 6,49 Prozent zu. Damit trotzt IBM dem breiteren Abverkauf im Tech-Sektor. Im zweiten Halbjahr 2026 stehen weitere gemeinsame Lösungen mit ServiceNow an. Diese dürften das Softwaregeschäft als zentralen Ertragstreiber weiter stärken.