Künstliche Intelligenz scheitert in Großkonzernen oft an veralteten IT-Systemen. Genau hier setzen IBM und ServiceNow nun an. Die beiden Tech-Giganten bauen ihre Partnerschaft massiv aus. Das Ziel: Dateninseln aufbrechen und komplexe IT-Prozesse automatisieren.

Umbau der Infrastruktur

Kern der neuen Vereinbarung ist die Einbindung von IBMs Datenplattform watsonx. Hinzu kommt ein spezielles Werkzeug namens „IBM Bob“. Beide fließen direkt in die KI-Plattform von ServiceNow ein. Parallel dazu verknüpfen die Unternehmen IBMs Granite-Modelle mit der Datenstruktur von ServiceNow. So wollen sie verstreute Unternehmensdaten nutzbar machen.

Der erweiterte Pakt umfasst auch technische Verknüpfungen. Red Hat Ansible, Instana und HashiCorp-Lösungen wandern in die ServiceNow-Workflows. KI soll die Infrastruktur künftig fast ohne menschliches Eingreifen steuern und absichern. Diese neuen Funktionen stehen Firmenkunden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 zur Verfügung.

Die Branche steht vor einem Wendepunkt. Erste KI-Experimente weichen jetzt der harten Umsetzungsphase. Die wahre Herausforderung: Integration in bestehende Altlasten. Führungskräfte von ServiceNow sehen genau hier den größten Handlungsbedarf für Großunternehmen.

Starkes Fundament

Operativ läuft es für IBM rund. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 9,5 Prozent auf knapp 16 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 1,91 US-Dollar die Erwartungen der Analysten.

Aktionäre profitieren von einer erhöhten Quartalsdividende. Sie erhalten nun 1,69 US-Dollar je Papier. Das lockt auch institutionelle Investoren an. Vanguard und Capital World Investors haben ihre Positionen zuletzt weiter ausgebaut.

An der Börse zeigt sich ein solides Bild. Die IBM-Aktie notiert aktuell bei rund 236 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein sattes Plus von fast 29 Prozent auf der Kurstafel.

Der Kurs hält sich damit stabil über der 50-Tage-Linie. Das Rekordhoch von Anfang Juni bei knapp 293 Euro markiert den nächsten technischen Widerstand. Bis zur Markteinführung der neuen KI-Funktionen im zweiten Halbjahr bleibt die operative Umsetzung der entscheidende Kurstreiber.