Die Aktie von Infineon hat eine Rekordwoche hinter sich. Am Freitag schloss sie bei 73,19 Euro – ein neues 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs fast verdoppelt, ein Plus von 91 Prozent.
Doch die Rally könnte weitergehen. Eine neue Studie der Citigroup schiebt den Münchner Chipkonzern noch einmal kräftig an.
Citigroup hebt Kursziel drastisch an
Analyst Andrew Gardiner erhöht das Kursziel von 52 auf 80 Euro. Das ist ein Sprung um mehr als 50 Prozent. Zur Begründung nennt er eine überraschend starke Nachfragedynamik.
Neben dem KI-Boom als Wachstumstreiber sieht Gardiner auch in den klassischen Kernbereichen Anzeichen einer Erholung. Automobil und Industrie ziehen wieder an. Seine Umsatzprognosen für das Geschäftsjahr 2028 hob er um bis zu 8 Prozent an.
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Mit 80 Euro liegt die Citigroup an der Spitze der optimistischen Analysten. Goldman Sachs taxiert den Wert auf 75 Euro, der Marktdurchschnitt liegt bei rund 68 Euro.
Verschlankung auf drei Sparten
Parallel zum positiven Analystenvotum treibt das Management die interne Reorganisation voran. Infineon verkleinert seine Struktur von vier auf drei Sparten. Das Ziel: mehr Agilität, besonders im Automotive-Geschäft.
Die Umstrukturierung kommt zu einem guten Zeitpunkt. Für das laufende Geschäftsjahr (Ende September 2026) erwartet der Vorstand über 16 Milliarden Euro Umsatz bei einer Marge von rund 20 Prozent. Die Prognose hatte das Unternehmen Anfang Mai angehoben.
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KI-Geschäft und Patentschutz
Ein zentraler Wachstumsmotor bleibt die Stromversorgung für KI-Rechenzentren. Allein in diesem Segment peilt Infineon für 2026 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro an. Für 2027 sind 2,5 Milliarden Euro geplant. Im abgelaufenen zweiten Quartal erzielte der Konzern 3,812 Milliarden Euro Umsatz und ein Segmentergebnis von 653 Millionen Euro.
Ein weiterer Erfolg: Im Mai 2026 entschied die US-Handelskommission ITC einen Patentstreit gegen Innoscience zugunsten von Infineon. Import- und Vertriebsverbote für bestimmte Konkurrenzprodukte in den USA unterstreichen die technologische Führung bei Leistungshalbleitern.
Ausblick und Insider-Verkauf
Die Aktie notiert mit einem RSI von 57,7 noch nicht überkauft, aber die Volatilität ist mit annualisiert 56 Prozent hoch. Am Freitag stieg der Kurs um fast 6 Prozent – ob das Momentum anhält, bleibt abzuwarten.
Eine Randnotiz: Vorstandsmitglied Peter Gruber veräußerte laut Pflichtmitteilung vom 12. Mai eigene Aktien. Solche Verkäufe erfolgen oft im Rahmen von Vergütungsprogrammen. Sie änderten nichts an der insgesamt bullischen Stimmung unter den Analysten, die den Konzern aktuell auf eine Rekordbewertung heben.
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