Infineon macht Tempo. Am Donnerstag eröffnet der Konzern in Dresden seine neue „Smart Power Fab“ – mehrere Monate früher als geplant. Mit fünf Milliarden Euro ist es die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte. Die Aktie reagiert am Freitag mit einem Plus von 2,11 Prozent auf 77,44 Euro.
Größte Fabrik ihrer Art
Die neue Fab verdoppelt Infineons Produktionskapazität in Dresden. Damit wird der Standort zur weltweit größten Fertigungsstätte für intelligente Leistungshalbleiter sowie Analog- und Mixed-Signal-Technologien. Das Werk schafft laut Unternehmensangaben rund 1.000 neue Arbeitsplätze.
Die Produktion zielt auf drei Wachstumsfelder. Dazu zählen die Stromversorgung von KI-Rechenzentren, Komponenten für software-definierte Fahrzeuge und Technik für erneuerbare Energien. Vorstandschef Jochen Hanebeck sprach von einem Timing, das genau zum Bedarf der globalen KI-Revolution passe.
Analysten rechnen mit Milliardenumsatz
Bei voller Auslastung soll die Fabrik jährlich rund fünf Milliarden Euro Umsatz bringen. Das entspricht fast dem kompletten Investitionsvolumen. Infineon selbst peilt im KI-Geschäft bis Ende 2026 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro an, bis 2027 sollen es 2,5 Milliarden Euro werden.
Die Privatbank Berenberg besuchte das Werk in Dresden und zog danach nach: Das Kursziel steigt von 70 auf 100 Euro, die Einstufung bleibt „Buy“. Bank of America sieht sogar 108 Euro als fairen Wert. Beide Häuser begründen ihren Optimismus mit dem frühen Produktionsstart und dem Kapazitätssprung.
Parallel zu den operativen Neuigkeiten meldete eine Stimmrechtsmitteilung vom 3. Juli Veränderungen bei den Infineon-Anteilen von Morgan Stanley. Das unterstreicht das anhaltende Interesse institutioneller Investoren an dem Halbleiterwert.
Charttechnik zeigt Stabilisierung
Der jüngste Kursanstieg folgt auf eine schwierige Phase. Im vergangenen Monat verlor die Aktie 11,70 Prozent an Wert. Zum 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro fehlen aktuell noch 13,64 Prozent.
Die Jahresbilanz bleibt trotzdem beeindruckend: Seit Januar steht ein Plus von 102,17 Prozent zu Buche. Das Papier notiert mit 77,44 Euro wieder deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 72,61 Euro. Der RSI liegt bei 49,9 – ein neutraler Wert, der nach der Konsolidierung Spielraum nach oben lässt.
Zusätzliche Rückenwind kommt aus dem Portfolio: Erst am 1. Juli meldete Infineon den Abschluss der Übernahme des nicht-optischen Sensorgeschäfts von ams OSRAM. Das stärkt die Produktpalette im Bereich Analog- und Mixed-Signal-Systeme.
Der nächste Prüfstein folgt am 5. August. Dann legt Infineon seinen Quartalsbericht vor – und liefert erste Zahlen dazu, wie schnell sich die neuen Kapazitäten aus Dresden in echte Aufträge verwandeln.
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