Gartner hat Infineon zum Unternehmen erklärt, das im Bereich Leistungshalbleiter für KI-Rechenzentren zu schlagen ist. Der Bericht trägt den Titel „AI Vendor Race: Infineon Is the Company to Beat in AI Data Center Power Semiconductors“ und erschien am 18. Mai 2026. Breite Aufmerksamkeit erhielt er erst in den vergangenen Tagen.

Grid-to-Core: Infineons Vollsortiment als Vorteil

Der entscheidende Unterschied zu Wettbewerbern liegt in der Breite. Viele Konkurrenten bedienen nur einzelne Stufen der Rechenzentrums-Stromversorgung. Infineon dagegen liefert optimierte Halbleiterlösungen für jede Umwandlungsstufe — von der Netzeinspeisung bis zum Prozessorkern. Gartner nennt dafür das umfassende Portfolio, die Fertigungskapazitäten und frühe Investitionen in Schlüsseltechnologien als Hauptgründe.

Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Infineon im KI-Markt einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro an. Das Ziel: die führende Portfolioposition entlang der gesamten KI-Stromversorgungskette monetarisieren.

Neuer Gate-Treiber erweitert das Portfolio

Anfang Juni stellte Infineon den EiceDRIVER 2EDL90xG3 vor. Der Gate-Treiber erlaubt es, Silizium- und Galliumnitrid-Designs auf derselben Leiterplatte zu betreiben. Ingenieure können damit zwischen Halbleitertechnologien wechseln, ohne das PCB neu zu gestalten. Das spart Entwicklungszeit und erhöht die Flexibilität beim Design von Rechenzentrum-Netzteilen.

Kurs mit starkem Lauf

Die Aktie legte heute um 3,33 Prozent auf 82,15 Euro zu. Seit Jahresanfang summiert sich das Plus auf rund 114 Prozent — einer der stärksten Läufe im deutschen Halbleitersektor. Das 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, erreicht Anfang Juni, liegt noch knapp neun Prozent entfernt. Kein Wunder, dass der Gartner-Rückenwind die Erwartungen an das KI-Umsatzziel für 2027 weiter befeuert.