Infineon legt nach: Der Chipkonzern investiert bis 2034 rund 1,1 Milliarden Euro in seinen Standort Villach und baut dort nach eigenen Angaben die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf. Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie ohnehin Rückenwind hat.

Villach wird zum GaN-Zentrum

Galliumnitrid, kurz GaN, ermöglicht deutliche Effizienzgewinne bei der Stromversorgung. Infineon nennt als Einsatzfelder KI-Rechenzentren, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität, Robotik und Konsumentenelektronik. Mit dem Ausbau will der Konzern die stark wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen Stromversorgungslösungen bedienen.

Technisch setzt das Unternehmen auf 300-Millimeter-Wafer. Der Produktionsstart ist für Ende 2027 vorgesehen. Genutzt werden dafür bestehende Reinraumflächen in Villach, was den Aufbau beschleunigen dürfte.

Öffentliches Geld fließt ebenfalls. Das Projekt erhält eine Förderung von 319 Millionen Euro im Rahmen des Europäischen Chips Act. Rund ein Drittel der Investitionssumme ist damit staatlich flankiert.

Aktie knackt die 50-Euro-Marke

Der Markt hatte die KI-Fantasie schon am Montag eingepreist. Infineon überschritt zum Wochenstart die Marke von 50 Euro und zählte im DAX zu den stärksten Werten. Nur Siemens Energy legte mit gut vier Prozent noch kräftiger zu. Der Leitindex schloss knapp ein Prozent im Plus und machte die Verluste vom Freitag wett.

Treiber ist die wachsende Erwartung, dass Infineon vom Strombedarf der KI-Rechenzentren überdurchschnittlich profitiert. Die Villach-Investition liefert dafür nun ein konkretes Kapazitätsversprechen. Marktbeobachter dürften sie als Signal werten, dass der Konzern GaN als eigenständigen Wachstumspfad ernst nimmt.

Den nächsten Prüfstein setzt der Kalender: Am 10. November 2026 legt Infineon die Jahreszahlen vor. Dann zeigt sich, wie stark das KI-Geschäft bereits in den Büchern steht und ob die Investitionspläne durch den Ausblick untermauert werden.