Infineon steht zum Wochenstart zwischen einem belasteten Branchenumfeld und eigenen Projekten für KI-Anwendungen. Medienberichten zufolge belasteten am Freitag Sorgen über die Kosten des KI-Ausbaus sowie ein schwacher Intel-Ausblick europäische Halbleiterwerte. Die Infineon-Aktie steigt heute um 2,4%; ein Zusammenhang mit einer bestimmten Unternehmensmeldung ist damit nicht belegt.

Kooperationen für Rechenzentren und Fahrzeuge

Am 26. Oktober kündigten Infineon und Enphase Energy eine Zusammenarbeit bei Leistungshalbleitern an. Infineon soll Enphase mit monolithischen bidirektionalen GaN-Schaltern für Festkörpertransformator-Leistungsmodule beliefern. Die Bauelemente sind für 900 V ausgelegt; zu den vorgesehenen Einsatzbereichen zählen KI-Rechenzentren.

Daneben meldete Infineon eine Zusammenarbeit mit Qualcomm. Sie soll Fahrzeugcomputer für automatisiertes Fahren und digitale Cockpits auf Basis der Qualcomm Snapdragon Ride-Plattform ermöglichen.

Vor rund zwei Wochen startete Infineon außerdem gemeinsam mit UnternehmerTUM Accelerator, Microsoft und NVIDIA das Physical AI Growth Lab. Der Förderbeschleuniger richtet sich an europäische Start-ups aus den Bereichen Physical AI, Robotik und industrielle KI.

Fertigungsausbau und nächster Zahlenbericht

Für die Fertigung von GaN-Leistungshalbleitern kündigte Infineon vor gut einer Woche Investitionen am Standort Villach an. Bis 2034 sollen rund 1,1 Milliarden Euro in bestehende Reinraumflächen fließen. Nach Unternehmensangaben soll dort die weltweit erste Hochvolumenfertigung dieser Leistungshalbleiter auf 300-mm-Wafern entstehen.

Der Produktionsstart ist bis Ende 2027 geplant. Die angekündigte Förderung im Rahmen des Europäischen Chips Acts beträgt 319 Millionen Euro.

Als nächster Berichtstermin steht der 10. November 2026 im Unternehmenskalender. Dann will Infineon die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2026 veröffentlichen; der Termin ist als vorläufig gekennzeichnet.