Intel hat einen weiteren Schritt in seinem Foundry-Comeback gemacht. Der nächste Fertigungsknoten 14A liegt im Plan. Das beschert der Aktie Kurssprünge — aber die Bewertung bereitet Sorgen.
14A auf Kurs — 10A und 7A bereits in Arbeit
Intels Topmanager bestätigten auf einer Investorenkonferenz: Version 0.5 des Prozess-Design-Kits (PDK) für 14A sei bereits verfügbar. CEO Lip-Bu Tan bezeichnet Version 0.9 als „Heiligen Gral“ — externe Kunden sollen sie im Oktober erhalten. Interne Teams testen bereits früher.
Parallel dazu arbeitet Intel bereits an den Nachfolgeknoten 10A und 7A. Sie sollen irgendwann im nächsten Jahrzehnt kommen.
Ein Meilenstein: 14A wird weltweit der erste Halbleiterknoten sein, der ASMLs High-NA-EUV-Lithografie nutzt. Die modernsten Chipfertigungsmaschinen, die je gebaut wurden.
Tesla als bisher wichtigster externer Kunde
Mehrere Kunden haben Interesse an 14A signalisiert. Namen nannte Intel noch nicht. Klar ist: Tesla hat einen Auftrag erteilt — Intels bislang größter externer Foundry-Erfolg.
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Die entscheidende Phase beginnt im zweiten Halbjahr 2026. Intel rechnet damit, dass Kunden ab dann bis Anfang 2027 feste Lieferentscheidungen treffen.
18A liefert bereits — Foundry-Umsatz wächst
Intels interner Knoten 18A produziert bereits die Chips Panther Lake und Wildcat Lake. Die Foundry-Sparte erlöste im ersten Quartal 2026 umgerechnet rund 5,4 Milliarden Euro. Das sind 20 Prozent mehr als im Vorquartal und 16 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Die Sparte Data Center und KI legte um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu.
Für das zweite Quartal stellt Intel einen Umsatz von 13,1 bis 14,1 Milliarden Euro in Aussicht.
Aktie explodiert — Bewertung jenseits von Gut und Böse
Die 14A-Nachrichten trieben die Aktie zeitweise um über zwei Prozent nach oben. Doch die Kursgewinne der vergangenen Monate sind enorm. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von über 200 Prozent. Aktuell kostet das Papier 101 Euro — ein Minus von 3,2 Prozent am Donnerstag.
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Der Absturz im Vorjahr wirkt wie ausradiert. Das 52-Wochen-Tief lag bei knapp 17 Euro. Inzwischen notiert der Kurs mehr als 500 Prozent darüber.
Die Bewertung ist extrem: Gemessen an den erwarteten Gewinnen für 2027 liegt das KGV bei 38 — obwohl das Datacenter-Geschäft laut Analysten 2027 noch um 40 Prozent wachsen könnte. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der letzten zwölf Monate beträgt über 900.
Die Analysten sind gespalten. Von 38 Bewertungen in den letzten drei Monaten raten 10 zum Kauf, 25 zum Halten und drei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei umgerechnet 82 Euro — deutlich unter dem aktuellen Niveau.
Der langfristige Plan
CEO Tan betont: Kunden kaufen nicht nur Produkte, sondern Fahrpläne. Sie wollen langfristig mit einem Lieferanten zusammenarbeiten. Intel baut deshalb eine kontinuierliche Technologie-Entwicklung auf — nach dem Vorbild von TSMC.
Der entscheidende Test kommt im Oktober 2026. Dann soll PDK 0.9 an externe Kunden ausgeliefert werden. Ob Intel dann erste feste Aufträge für 14A vorweisen kann, wird über die Glaubwürdigkeit des gesamten Foundry-Comebacks entscheiden.
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