214 Prozent Kursanstieg seit Jahresbeginn — und dann ein Freitag, der daran erinnert, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Intel-Aktionäre erlebten zum Wochenschluss einen harten Rücksetzer, der die Euphorie der vergangenen Wochen zumindest kurz ausbremste.
Scharfer Freitagsverkauf nach Rekordlauf
Der Kurs fiel am Freitag um knapp 6 Prozent auf 93,71 Euro — der zweite deutliche Rückgang in Folge. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf über 11 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 109,88 Euro, erst am 11. Mai erreicht, liegt nun rund 15 Prozent entfernt.
Auslöser war eine breit angelegte Rotation im Halbleitersektor. Anleger sicherten Gewinne vor dem Wochenende ab, verstärkt durch die Positionierung rund um den bevorstehenden Nvidia-Quartalsbericht. Wer Anfang des Jahres eingestiegen war, sitzt trotz des Rücksetzers noch auf einem Kursplus von fast 179 Prozent.
Leerverkäufer unter Druck — aber hartnäckig
Wer gegen Intel gewettet hat, wurde in den vergangenen Wochen empfindlich getroffen. Seit dem Jahrestief Ende März legte die Aktie mehr als 200 Prozent zu und fügte der Marktkapitalisierung über 440 Milliarden Dollar hinzu. Die Buchverluste der Leerverkäufer stiegen laut S3 Partners auf über 12 Milliarden Dollar.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?
Trotzdem bleibt der Short-Anteil am Streubesitz nahe einem Jahreshoch. Das ist kein Zufall: Wer in fallende Kurse hinein short ist, verstärkt den Abwärtsdruck — eine selbstverstärkende Dynamik, die jeden Rücksetzer schärfer macht.
Starke Quartalszahlen, aber Foundry bleibt ein Klotz
Der Rücksetzer trifft ein Unternehmen, das fundamental zuletzt überzeugte. Im ersten Quartal erzielte Intel einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar — 1,4 Milliarden über dem eigenen Mittelpunkt der Guidance. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,29 Dollar, nach einer Breakeven-Prognose. Es war das sechste Quartal in Folge, in dem Intel die eigenen Ziele übertraf.
Mizuho hob das Kursziel auf 124 Dollar an, die Deutsche Bank auf 100 Dollar — beide Anpassungen erfolgten am 12. Mai. Besonders positiv: Die Ausbeute beim fortschrittlichen Fertigungsprozess 18A läuft laut CFO David Zinsner Monate vor dem Zeitplan. Bessere Ausbeuten bedeuten mehr verwertbare Chips pro Wafer, niedrigere Kosten und höhere Margen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?
Allerdings schrieb das Foundry-Geschäft im ersten Quartal einen operativen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar. Das ist eine erhebliche Last, die der Rest des Konzerns tragen muss — und ein Hinweis darauf, dass Intels Fertigungsambitionen noch Jahre von der Profitabilität entfernt sind.
Apple-Deal kleiner als erhofft
Ein weiterer Dämpfer kam von der Apple-Front. Berichte über eine vorläufige Vereinbarung, wonach Intel Chips für Apple fertigen soll, hatten die Rally der Vorwoche mitbefeuert. Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass das Volumen begrenzt sein dürfte — wohl ältere oder einfachere Chips statt der begehrten 2-Nanometer-Prozessoren für aktuelle iPhone-Generationen. Das reduziert den potenziellen Umsatzbeitrag erheblich.
Die Jahreshauptversammlung am 13. Mai verlief indes geräuschlos: Alle elf Vorstandskandidaten wurden gewählt, die Vergütung des Managements gebilligt. Board-Vorsitzender Frank Yeary bezeichnete 2025 als prägendes Jahr — CEO Lip-Bu Tan habe das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen und eine Kultur technischer Exzellenz wiederhergestellt. Der operative Kurs bleibt unverändert, der Freitagsrücksetzer ändert daran nichts.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

