Die Vorbereitungen für den Börsengang der Tochtergesellschaft Altera konkretisieren sich und verleihen der Intel-Aktie neuen Schwung. Trotz einer verhaltenen Ersteinstufung durch Piper Sandler Mitte der Woche konnte sich das Papier am Freitag stabilisieren und verzeichnete einen Kursgewinn von 2,7 Prozent. Investoren setzen auf den erwarteten Liquiditätszufluss durch das Listing und die robuste Nachfrage im Bereich der Server-Prozessoren.
Milliarden-Listing für Altera rückt näher
Die Pläne für einen Börsengang von Altera, dem von Silver Lake und Intel unterstützten Chipentwickler, nehmen Form an. Laut Berichten von Reuters könnte das Initial Public Offering (IPO) bereits im Jahr 2026 erfolgen und mehr als 2 Milliarden US-Dollar einbringen.
Altera hat demnach bereits ein Konsortium aus namhaften Banken mandatiert, darunter Barclays, die Citigroup, JPMorgan Chase und Morgan Stanley. In den kommenden Wochen wird die vertrauliche Einreichung der Börsenunterlagen erwartet.
Dieser strategische Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer massiven Kapitalstärkung des Mutterkonzerns. Bereits im August hat Intel eine aufgestockte öffentliche Aktienemission abgeschlossen. Dabei wurden rund 210,5 Millionen Papiere zu einem Preis von 95 US-Dollar platziert, wodurch das Emissionsvolumen von ursprünglich geplanten 15 Milliarden auf 20 Milliarden US-Dollar anstieg. Diese Maßnahmen unterstreichen den Fokus auf die Finanzierung der technologischen Neuausrichtung.
Analysten bewerten Turnaround-Fortschritte unterschiedlich
Unter den Marktexperten herrscht derzeit ein geteiltes Bild bezüglich der kurzfristigen Kurschancen. Die Analysten von Northland stuften Intel am Dienstag auf „Outperform“ hoch und setzten ein Kursziel von 120 US-Dollar fest.
Als Begründung nannten sie wesentliche Fortschritte beim Unternehmensumbau sowie eine angespannte Versorgungslage bei Server-CPUs, die Intel in die Hände spiele. Zudem könnte die Partnerschaft mit SpaceX und Tesla im Rahmen des Terafab-Projekts das Foundry-Geschäft des Chipherstellers erheblich skalieren.
Einen Dämpfer gab es hingegen am Mittwoch durch Piper Sandler. Das Analysehaus nahm die Beobachtung mit einer neutralen Einstufung und einem Kursziel von 110 US-Dollar auf. Die Experten verwiesen darauf, dass die jüngsten Kursgewinne der Aktie bereits viel Optimismus eingepreist hätten und der Spielraum für weitere kurzfristige Sprünge begrenzt sei.
Mit einem aktuellen Schlusskurs von 88,70 € am Freitag notiert die Aktie weiterhin rund 29 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, konnte jedoch seit Jahresbeginn bereits einen Zuwachs von 182 Prozent erzielen.
Volle Auftragsbücher bei Server-CPUs
Operativ profitiert Intel derzeit massiv vom Boom bei Anwendungen für künstliche Intelligenz. Medienberichten zufolge ist die Produktion für Server-CPUs bis zum Jahresende vollständig ausverkauft, da sogenannte KI-Agenten die Rechenlast in Rechenzentren weltweit erhöhen.
Parallel dazu plant der Konzern eine weitere Preisrunde für Endkunden-Prozessoren. Laut DigiTimes sollen die Preise für PC-CPUs zum 5. Oktober um bis zu 10 Prozent steigen. Dies wäre bereits die dritte Preiserhöhung im laufenden Kalenderjahr.
Technologisch meldeten Intel Foundry und der Partner ASML einen Meilenstein: Über eine Million Wafer wurden bereits mit der modernen High-NA-EUV-Lithografie verarbeitet. Diese Technologie gilt als entscheidend für künftige Chipgenerationen. Den nächsten wichtigen Termin für Anleger markiert der 22. Oktober, an dem Intel die Ergebnisse für das dritte Quartal vorlegen wird.
Für diesen Zeitraum prognostiziert das Management einen Umsatz zwischen 15,8 Milliarden und 16,8 Milliarden US-Dollar. CEO Lip-Bu Tan bezeichnete die jüngste Entwicklung als das stärkste Umsatzwachstum seit mehr als fünfzehn Jahren, getrieben durch eine gesteigerte Verantwortlichkeit und Kundenfokus.
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