Neue Impulse für die Produktionsinfrastruktur und Bewegung im Beteiligungsportfolio prägen das Umfeld von Intel. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, führte der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix Gespräche mit Intel über die Fertigung von Speicherchips in den USA.

Die Verhandlungen umfassten Berichten zufolge die Option, einen Teil der zeitlich verzögerten Intel-Fabrik im US-Bundesstaat Ohio anzumieten, oder die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens unter Beteiligung von Cloud-Konzernen.

Parallel dazu zeichnet sich bei einer wichtigen Tochtergesellschaft ein bedeutender Kapitalschritt ab. Die von Intel unterstützte Altera reichte vertraulich Unterlagen für einen Börsengang in den USA ein. Die Transaktion könnte Reuters zufolge ein Volumen von mehr als 2 Milliarden $ erzielen.

Positive Reaktionen aus dem Analystenlager

Die jüngsten Entwicklungen fanden am 16. September auch in aktualisierten Ratings ihren Niederschlag. Barclays stufte die Papiere von Intel von Underperform direkt auf Overweight hoch. Medienberichten zufolge begründeten die Experten die veränderte Haltung mit verbesserten Perspektiven für das operative Geschäft.

Am selben Tag passte auch Tigress Financial Partners die eigenen Bewertungsmodelle an. Das Analysehaus hob sein Kursziel von zuvor 118 $ auf 145 $ an und bestätigte zugleich seine Kaufempfehlung für den Chiphersteller. Diese Neubewertungen spiegeln ein gestiegenes Vertrauen in die langfristige Kapazitätsauslastung der neuen Fertigungsstandorte wider.

Einordnung des Marktgeschehens

An der Börse reflektieren die Notierungen den fundamentalen Wandel der vergangenen Monate. Zum Handelsschluss am vergangenen Freitag notierte die Intel-Aktie bei 94,52 Euro. Damit verzeichnet der Titel seit Jahresanfang einen beachtlichen Zuwachs von 201 Prozent, getragen von Fortschritten beim Ausbau der Foundry-Sparte und strategischen Allianzen. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 124,58 Euro trennt die Papiere derzeit allerdings noch ein Abstand von 24 Prozent.

Die mögliche Kooperation mit SK Hynix gilt in Branchenkreisen als zweckdienlicher Hebel, um die milliardenschweren Fabrikprojekte in den Vereinigten Staaten wirtschaftlich abzufedern. Durch eine partielle Vermietung oder eine geteilte Nutzung der Reinraumflächen ließen sich Fixkosten senken und die Inbetriebnahme verzögerter Standorte beschleunigen.

Ob die Gespräche tatsächlich in bindende Verträge münden, bleibt abzusichern. Klar ist jedoch, dass Intel durch derartige Partnerschaften seine Ausrichtung als globaler Auftragsfertiger gezielt stärken will.