Apple-Fantasie, McLaren-Glanz und rote Kurse: Bei Intel prallen gerade mehrere Geschichten aufeinander. Der wichtigste Punkt bleibt die Foundry-Strategie. Neue Details deuten darauf hin, dass Apples Einstieg in Intels Fertigung kleiner ausfallen könnte als erhofft.
Apple testet offenbar vorsichtig
Der Lieferkettenanalyst Ming-Chi Kuo berichtete am 15. Mai, Apple habe kleine Tests mit Prozessoren auf Intels 18A-P-Fertigungsprozess gestartet. Im Fokus stehen demnach eher einfache und ältere Chips für iPhone, iPad und Mac. Apples leistungsstärkste Silicon-Generation ist offenbar nicht der Startpunkt.
Für Intel wäre schon ein begrenzter Apple-Auftrag ein wichtiges Signal. Schließlich würde der Konzern damit an einer Lieferkette rütteln, die lange klar von TSMC geprägt war. Der Umfang wirkt bislang aber überschaubar: Rund 80 Prozent des anfänglichen Testvolumens sollen auf iPhone-Komponenten entfallen.
In den Hochlaufjahren 2027 und 2028 soll TSMC weiter mehr als 90 Prozent von Apples Chipversorgung halten. Das bremst die Hoffnung auf einen schnellen Großauftrag.
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Die eigentliche Bewährungsprobe liegt tiefer in der Produktion. Intels Foundry-Sparte peilt bis 2027 Ausbeuten von 50 bis 60 Prozent an. Erst wenn diese Werte stabiler werden, gewinnen größere Kundenaufträge an wirtschaftlichem Gewicht.
Aktie korrigiert nach Rally
Am Freitag notierte die Intel-Aktie bei 93,65 Euro, ein Minus von 5,81 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang auf 11,60 Prozent.
Das relativiert die Bewegung nur teilweise. Seit Jahresanfang liegt der Kurs noch immer rund 179 Prozent im Plus. Die Aktie bleibt damit hoch bewertet, aber auch anfällig für jede Nachricht, die die Foundry-Erwartungen dämpft.
Belastend wirkte auch das Umfeld. Nach einem US-chinesischen Gipfel ohne größere neue Technologie-Handelsvereinbarungen geriet der Halbleitersektor breiter unter Druck.
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Operativ bleibt die Rechnung anspruchsvoll. Die Foundry-Sparte schrieb zuletzt einen operativen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar, während der Konzernumsatz bei 13,6 Milliarden Dollar lag. Unter dem Strich stand ein GAAP-Nettoverlust von 4,8 Milliarden Dollar.
McLaren bringt Sichtbarkeit
Neben der Apple-Nachricht meldete Intel am 14. Mai eine mehrjährige Partnerschaft mit McLaren Racing. Der Konzern wird Technologiepartner für Rechenleistung beim Formel-1-Team, beim IndyCar-Team und in McLarens Sim-Racing-Sparte.
Intel will Hochleistungsarchitekturen und KI-Plattformen für Echtzeitanalysen, Aerodynamik und digitale Zwillinge liefern. Das Branding soll beim Rennen in Montreal erstmals auf den McLaren-Boliden erscheinen.
Strategisch passt der Deal zur stärkeren Positionierung im Hochleistungsrechnen. Für die Aktie löst er aber nicht das Kernproblem. Entscheidend bleibt die Frage der Skalierung in der Chipfertigung und nicht die Sichtbarkeit auf der Rennstrecke.
Für das zweite Quartal stellt Intel Erlöse von 13,8 bis 14,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Datenzentren und die neuen „Coral Rapids“-Serverchips sollen helfen, Wettbewerbsdruck abzufedern. Der nächste konkrete Termin ist der 19. Mai: Auf der Technologie-, Medien- und Kommunikationskonferenz von J.P. Morgan kann Intel präzisieren, wann 18A-P in größere Stückzahlen geht.
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