Die Bemühungen von Intel um externe Kunden für die eigene Auftragsfertigung erhalten neuen Auftrieb. Nach Einschätzung des Analysehauses Piper Sandler prüfen derzeit führende US-Technologiekonzerne den künftigen Fertigungsprozess namens 14A.
Zu den Interessenten zählen unter anderem Apple, Nvidia, Microsoft, Amazon und Alphabet. Ausschlaggebend für das Interesse seien vor allem Engpässe beim Marktführer TSMC, dessen Kapazitäten bis 2028 weitgehend gebucht sind, sowie der politische Druck zur Fertigung in den USA.
Für den Konzern steht viel auf dem Spiel. Intel muss diese ersten Evaluierungen bis Ende 2026 oder Anfang 2027 in feste Ankeraufträge ummünzen, bevor der Hochlauf der Produktion für 2028 vorbereitet wird. Vorstandschef Lip-Bu Tan hatte bereits im vergangenen Jahr verdeutlicht, dass die Fortführung des 14A-Prozesses und künftiger Fertigungsschritte zwingend an signifikante externe Kunden gebunden bleibt.
Technologische Fortschritte und gestraffte Führung
Parallel zur Kundenakquise meldet das Management operative Fortschritte. Auf einer Investorenkonferenz betonte Tan, dass die Entwicklung des Vorgängerprozesses 18A die internen Erwartungen übertreffe. Die monatliche Ausbeute funktionsfähiger Chips stieg zuletzt um sieben Prozent.
Dieser Fortschritt stützt die Serienfertigung der kommenden Prozessorgeneration Panther Lake, für die bereits 200 Design-Zuschläge vorliegen. Für die nächste Generation 14A wurde ein erster Entwicklungsbaustein veröffentlicht, während der Start der Risikoproduktion für 2028 anvisiert wird.
Neben den Fortschritten in den Werken treibt das Management den Konzernumbau voran. Finanzchef David Zinsner verwies auf tiefgreifende Einschnitte im Management, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Die Zahl der Vizepräsidenten sank von ehemals rund 450 auf etwa 200. Zugleich wurden die Führungsebenen im Unternehmen von zwölf auf sechs halbiert. Entwicklungszyklen für neue Chips sollen sich dadurch deutlich verkürzen.
Analysten heben Kursziele an
Die Kombination aus technologischen Fortschritten und einer strafferen Organisation sorgt an der Börse für Zuversicht. Am gestrigen Donnerstag legte das Papier um 3,9 Prozent auf 111,92 Euro zu. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie damit ein Plus von 256 Prozent. Getrieben wird die Erholung auch von einer anziehenden Nachfrage nach Server- und PC-Prozessoren, bei denen Intel derzeit Preiserhöhungen von rund zehn Prozent durchsetzt.
Die Experten von Tigress Financial hoben ihr Kursziel für den Titel auf 145 US-Dollar an. Das Analysehaus begründete den Schritt mit der robusten Nachfrage nach Xeon-Serverchips und den wachsenden Chancen in der Auftragsfertigung. Einen wichtigen Belastungstest für die Rally liefert der Quartalsbericht, den Intel für Ende Oktober angekündigt hat.
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