Starke Kursgewinne, aber Risse im Fundament— bei Intel prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Ein vorläufiger Fertigungsdeal mit Apple befeuert die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Foundry-Geschäft. Parallel dazu offenbaren neue Daten einen schmerzhaften Kontrollverlust im lukrativen Server-Markt.
Die Aktie spürt den Gegenwind bereits. Allein in den vergangenen sieben Tagen gab das Papier gut elf Prozent nach und schloss am Freitag bei 93,71 Euro. Dennoch blicken Aktionäre auf ein massives Plus von rund 179 Prozent seit Jahresbeginn.
Unklare Details beim Apple-Deal
Der Fokus der Anleger ruht primär auf einer vorläufigen Vereinbarung mit Apple. Intel soll künftig Chips für den iPhone-Konzern fertigen. Konkrete Bestätigungen zu den Volumina oder den genutzten Fertigungstechnologien fehlen bislang. Berichte, wonach sich der Deal auf ältere Chip-Generationen beschränken könnte, sorgten am Freitag für spürbaren Verkaufsdruck.
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Ein weiterer Lichtblick im Auftragsgeschäft kommt aus Südkorea. SK Hynix testet derzeit Intels fortschrittliche EMIB-Verpackungstechnologie für KI-Beschleuniger. Ein Erfolg hier könnte Intel als ernsthaften Konkurrenten zu TSMC im boomenden KI-Sektor positionieren.
Harter Konkurrenzkampf im Server-Markt
Während das Foundry-Geschäft Zukunftshoffnungen weckt, bröckelt das Kerngeschäft. Im ersten Quartal 2026 fiel Intels Marktanteil bei Server-Prozessoren laut UBS-Analysten drastisch auf 54,9 Prozent. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei über 64 Prozent.
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Konkurrenten wie AMD und Arm Holdings nutzen die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur aggressiv für sich. Der gesamte Server-Markt wuchs im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel— Intel wächst schlichtweg nicht schnell genug mit. Auch beim Umsatz im x86-Segment musste der Konzern Federn lassen und Anteile an AMD abgeben.
Analysten reagieren gespalten auf die Gemengelage. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel zuletzt massiv von 63 auf 100 US-Dollar an, belässt die Einstufung aber auf „Halten“. Der breite Marktkonsens sieht auf dem aktuellen Kursniveau eher begrenzte Aufwärtschancen, insbesondere angesichts eines operativen Quartalsverlustes in Milliardenhöhe.
Am 19. Mai rückt CEO Lip-Bu Tan in den Mittelpunkt. Auf der Technologiekonferenz von J.P. Morgan stellt er sich den Fragen der Investoren. Dort wird er voraussichtlich Stellung zum genauen Umfang der Apple-Kooperation und der Strategie gegen den Marktanteilsverlust im Server-Segment beziehen.
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