Intel noch nicht auf voller Kapazität, der Turnaround geht jedoch weiter. Nach den Earnings wurden die Pläne für 2026 veröffentlicht. Die Aktienanalyse zeigt weitere Chancen auf. Was sind dafür die Voraussetzungen dafür?
Intel weiter im Turnaround-Modus
Der Börsengang erfolgte 1971 an der NASDAQ und markierte den Beginn einer rasanten Wachstumsphase. In den 1980er- und 1990er-Jahren wurde Intel zum dominierenden Anbieter von x86-Prozessoren für Personal Computer. Die enge Partnerschaft mit Microsoft führte zur sogenannten „Wintel“-Ära, in der Intel-Chips zum faktischen Standard für PCs avancierten. Marken wie 386, 486 und später Pentium wurden nicht nur technische Bezeichnungen, sondern Synonyme für Leistungsfortschritt. Die hohe Marktmacht ermöglichte über Jahrzehnte außergewöhnliche Margen und einen stetigen Anstieg von Umsatz und Gewinn.
Der Geschäftsverlauf der vergangenen zehn bis fünfzehn Jahre war jedoch von zunehmenden Herausforderungen geprägt. Während Intel lange Zeit auf ein integriertes Geschäftsmodell mit eigener Chipfertigung setzte, geriet das Unternehmen technologisch ins Hintertreffen. Verzögerungen bei der Einführung neuer Fertigungsprozesse schwächten die Wettbewerbsposition gegenüber Konkurrenten wie AMD im Prozessorbereich und spezialisierten Auftragsfertigern wie TSMC. Parallel verschob sich der Markt weg vom klassischen PC hin zu Rechenzentren, mobilen Endgeräten und spezialisierten Beschleunigern, Bereichen, in denen Intel nicht immer die technologische Führungsrolle innehatte.
Diese Entwicklung spiegelte sich auch in der Aktienkursentwicklung wider. Nach langen Jahren relativer Stabilität und attraktiver Dividenden geriet die Intel-Aktie ab etwa 2018 unter Druck. Gewinnwarnungen, Marktanteilsverluste und ein Vertrauensverlust in die technologische Roadmap führten zu einer unterdurchschnittlichen Performance im Vergleich zum Halbleitersektor insgesamt. Der Konzern reagierte mit einem strategischen Kurswechsel: Massive Investitionen in neue Fertigungskapazitäten, eine stärkere Öffnung der eigenen Fabriken für externe Kunden (Intel Foundry Services) sowie eine Neuausrichtung des Produktportfolios sollen die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen.
Der Ausblick für Intel ist damit von einem Spannungsfeld geprägt. Auf der einen Seite stehen hohe Investitionskosten, ein intensiver Wettbewerb und die Notwendigkeit, verlorenes technologisches Vertrauen zurückzugewinnen. Auf der anderen Seite verfügt Intel weiterhin über eine starke Marke, tiefes Ingenieurs-Know-how und politische Rückenwinde, insbesondere durch Förderprogramme für den Aufbau einer unabhängigen Halbleiterproduktion in den USA und Europa. Gelingt es dem Unternehmen, seine Fertigungsstrategie erfolgreich umzusetzen und wieder zur technologischen Spitze aufzuschließen, könnte Intel mittelfristig von der wachsenden Nachfrage nach Hochleistungs- und KI-Chips profitieren. Für Investoren bleibt die Aktie damit weniger ein Selbstläufer als vielmehr eine Turnaround-Wette auf die Rückkehr eines einstigen Branchenführers. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen eine Verlangsamung des Wachstums, da es zu Engpässen bei der Produktion kommt. Wie reagiert die Aktie darauf?
Das Video zur Intel Aktienanalyse
Im Format „US-Aktien im Fokus“ nehmen Roland Jegen und Andreas Bernstein regelmäßig US-Aktien näher unter die Lupe. Die Analysen konzentrieren sich dabei sowohl auf Fundamentaldaten als auch auf die Charttechnik.
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Was lässt sich im weiteren Verlauf erwarten? Alle Insights erhalten Sie in unserem Video:
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