Das Rohstoffunternehmen IperionX treibt die Weiterentwicklung seiner Technologie zur Titanherstellung voran. Am Forschungs- und Entwicklungsstandort im US-Bundesstaat Virginia schloss das Unternehmen Validierungsläufe für sein kontinuierliches Ofensystem GenX ab. Ziel der Neuentwicklung ist eine deutliche Senkung der Betriebskosten sowie eine Steigerung der Produktionseffizienz bei der Verarbeitung von Recyclingmaterial.

Signifikante Reduktion des Ressourcenverbrauchs

Die Testreihen umfassten vier Kampagnen mit einer Gesamtlaufzeit von 41 Stunden. Dabei stellte die Anlage mehr als 500 Kilogramm Titanpulver her, was einer durchschnittlichen Produktionsrate von rund 12 Kilogramm pro Stunde entspricht. Gegenüber dem bisherigen Batch-HAMR-Verfahren gelang nach Unternehmensangaben eine Versechsfachung des Materialdurchsatzes.

Gleichzeitig verringerte sich der spezifische Einsatz von Einsatzstoffen und Energie im Vergleich zur Vorgängertechnologie spürbar. So sank der Stromverbrauch pro Kilogramm um mehr als 75 Prozent. Der Bedarf an Magnesium verringerte sich um über 45 Prozent, während beim Wasserstoffverbrauch eine Reduktion von mehr als 60 Prozent verzeichnet wurde.

Der verringerte Einsatz teurer Einsatzstoffe und Energie ist ein zentraler Hebel, um die Wirtschaftlichkeit der Titanherstellung aus Rezyklaten zu verbessern. Das Verfahren zielt darauf ab, die Kostenstruktur der Titanpulvergewinnung grundlegend zu verändern.

Materialqualität erfüllt gängige Industriestandards

Bei den Qualitätsprüfungen lag das Augenmerk auf dem Sauerstoffgehalt der erzeugten Pulver. Sämtliche acht Proben des sphärischen Titanpulvers erreichten die Spezifikationen nach ASTM Grade 23 mit einem durchschnittlichen Sauerstoffanteil von 0,078 Prozent.

Bei den Proben für angulares Pulver erfüllten sieben von acht Durchläufen den Standard Grade 5, während vier von acht Proben das Niveau Grade 23 erreichten. Eine Probe wurde aufgrund einer Prozessunterbrechung aus der Wertung genommen.

Für das vierte Quartal 2026 stehen weitere Prozessoptimierungen sowie die Integration des Systems in die bestehende Produktionslinie an. Zudem prüft das Unternehmen die Auslegung einer vollwertigen industriellen GenX-Fertigungslinie.

Für den laufenden Produktionshochlauf auf 200 Tonnen Jahreskapazität in Virginia ist das neue System nicht zwingend erforderlich. Perspektivisch strebt IperionX bis zum Jahr 2027 ein Produktionsvolumen von 1.400 Tonnen jährlich bei Zielkosten von 30 US-Dollar je Kilogramm an.

Rückenwind im Markt

Die technologische Entwicklung fügt sich in die operative Expansion des Unternehmens ein. Vor rund zwei Wochen erhielt IperionX bereits einen Auftrag vom US-Heer im Umfang von 11,5 Millionen Dollar unter dem Rahmenvertrag SBIR III.

An den Märkten sorgten die Nachrichten zuletzt für eine spürbare Aufhellung der Stimmung. Am gestrigen Freitag legte die Aktie um 4,5 Prozent auf einen Schlusskurs von 1,88 Euro zu. Auf Sicht der vergangenen sieben Tage summierte sich das Kursplus des Papiers damit auf 16 Prozent.