Iris Energy vollzieht einen radikalen Umbau. Der ehemalige Bitcoin-Miner wandelt sich zum reinen KI-Infrastruktur-Anbieter. Dafür hat sich das Management nun eine Finanzierung über 3,65 Milliarden US-Dollar gesichert. Das Geld fließt direkt in den Aufbau riesiger Rechenzentren.
Hardware für den Großkunden
Hinter der Kapitalspritze steht ein konkreter Großauftrag. Iris Energy hat einen fünfjährigen Cloud-Vertrag mit Microsoft geschlossen. Dieser bringt potenziell 9,7 Milliarden Dollar ein. Um die nötige Rechenleistung zu liefern, kauft das Unternehmen massiv Hardware. Rund 1,6 Milliarden Dollar fließen in neue Nvidia-Blackwell-Systeme. Dell liefert die Server.
Anfang 2027 sollen die neuen Anlagen ans Netz gehen. Die Folge: ein möglicher Umsatzsprung. Das Management rechnet mit jährlichen Einnahmen von bis zu 4,4 Milliarden Dollar. Der Kredit für diesen Ausbau gilt als sicher. Er hat Investment-Grade-Status und kostet im Schnitt nur 3,31 Prozent Zinsen.
Leerverkäufer wetten dagegen
An der Börse zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Aktie notiert aktuell bei 46,76 Euro. Auf Jahressicht steht damit ein massives Plus von rund 409 Prozent auf der Kurstafel. Aktuell bremst jedoch das Marktumfeld. Hohe US-Inflationsdaten und geopolitische Spannungen drücken auf den gesamten Tech-Sektor. Branchengrößen wie Nvidia oder Broadcom gaben zuletzt nach.
Parallel dazu wächst die Skepsis einiger Akteure. Die Leerverkaufsquote bei Iris Energy stieg zuletzt deutlich an. Mittlerweile sind über 16 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Einige Marktteilnehmer zweifeln offenbar an der reibungslosen Umsetzung der Strategie.
Analysten bleiben optimistisch
Großinvestoren greifen derweil zu. Capital Research Global Investors kaufte zuletzt über eine Million Aktien. Auch die meisten Analysten sehen weiteres Potenzial. Bernstein rät zum Kauf und ruft ein Kursziel von 100 Dollar auf. Cantor Fitzgerald und B. Riley sehen den fairen Wert ähnlich hoch. Lediglich JPMorgan warnt vor Risiken und taxiert die Aktie auf 46 Dollar.
Die kommenden Monate erfordern absolute Präzision. Iris Energy baut parallel einen riesigen Campus in Südaustralien. Dieser soll 2028 starten. Entscheidend bleibt jedoch der Microsoft-Vertrag. Verpasst das Unternehmen die vereinbarten Meilensteine beim Aufbau der Server, steht der gesamte Milliarden-Deal auf dem Spiel.
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