Es ist ein Satz mit Ansage: 3,65 Milliarden Dollar für GPU-Finanzierung, 3,0 Milliarden Dollar aus Wandelanleihen, ein 9,7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Microsoft. Iris Energy, der australische Bitcoin-Miner, setzt alles auf eine Karte – und die heißt Künstliche Intelligenz.

Die Aktie stieg am Freitag um 7,44 Prozent auf 52,57 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als versechsfacht. Kein Wunder: Aus einem Nischenplayer im Krypto-Bergbau wird ein KI-Infrastrukturkonzern.

Das Geld kommt von Microsoft

Die Mittel fließen direkt in den Ausbau. Iris Energy bestellte bei Dell Blackwell-GPUs im Wert von 1,6 Milliarden Dollar. Mehr als 50.000 Nvidia Blackwell Ultra-Chips sollen in den Rechenzentren des Unternehmens laufen. Finanziert wird das Ganze über eine milliardenschwere GPU-Finanzierungsfazilität und eine Wandelschuldverschreibung.

Das Ziel: ein Multi-Jahres-Vertrag über KI-Cloud-Dienste mit Microsoft, der auf 9,7 Milliarden Dollar taxiert wird. Ein Auftrag, der das Unternehmen fundamental verändert.

Australien als Standortvorteil

Parallel dazu sichert sich Iris Energy die nötige Infrastruktur. In Bundey, South Australia, entsteht ein Rechenzentrumscampus mit 800 Megawatt Leistung. Vier 330kV-Netzanschlüsse sind bereits vertraglich gesichert. Das Besondere: Es sind keine großen Netzausbauten nötig. Der Standort bietet einen klaren Vorteil – die Region Asien-Pazifik gilt als besonders stromknapp.

Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Bis dahin muss Iris Energy liefern.

Zwischen Chance und Risiko

Wall-Street-Analysten sehen das Geschäftsmodell positiv. Die Ratings liegen bei „Buy“ und „Overweight“, der Konsens lautet „Moderate Buy“. Die Aktie notiert mit 20 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 43,75 Euro.

Doch die Kehrseite ist offensichtlich: Der Wechsel vom Bitcoin-Mining zur KI-Infrastruktur ist kapitalintensiv. Der Verschuldungsgrad steigt, die Abhängigkeit von einem Großkunden wächst. Und die Volatilität der Aktie liegt bei annualisierten 115 Prozent.

Es bleibt eine Wette auf die Zukunft – mit Milliarden als Einsatz.