Nach einem brutalen Abverkauf meldet sich IREN zurück. Am Freitag sprang die Aktie um sieben Prozent auf 36,35 Euro. Zuvor hatte der Wert binnen 30 Tagen über ein Drittel eingebüßt. Das Management baut parallel die KI-Infrastruktur rasant aus.
Neue Führung für die Cloud-Offensive
Zwei neue Top-Manager sollen die Expansion treiben. Anfang Juli berief IREN einen Chief Product Officer und einen Chief Development Officer. Beide sitzen in San Francisco. Sie verantworten künftig die KI-Cloud-Plattform und den weltweiten Bau neuer Rechenzentren. Das Ziel: gigantische Kapazitäten für das Training von KI-Modellen.
Im gleichen Schritt feiert das Unternehmen einen Meilenstein am Kapitalmarkt. Seit Ende Juni notiert IREN im Russell 1000 Index. Das sichert dem Infrastruktur-Anbieter die direkte Aufmerksamkeit großer institutioneller Investoren.
Gigantische Verträge im Rücken
Operativ liefert der Konzern bereits ab. Im Frühjahr ging das texanische Rechenzentrum ans Netz. Dieser erste Bauabschnitt liefert 1,4 Gigawatt Leistung. Aktuell verfügt IREN insgesamt über eine gesicherte Stromkapazität von fünf Gigawatt.
Diese Infrastruktur füllt sich rasch mit Aufträgen. Bis Ende 2026 peilt das Management jährlich wiederkehrende Umsätze von 4,4 Milliarden Dollar an.
Das Fundament dafür bilden zwei gigantische Rahmenverträge. Microsoft orderte bereits KI-Kapazitäten für 9,7 Milliarden Dollar. Nvidia folgte im Mai 2026 mit einem Cloud-Vertrag über weitere 3,4 Milliarden Dollar.
Analysten bleiben optimistisch
An der Börse spiegeln sich diese Rekordzahlen aktuell kaum wider. Die Aktie notiert rund 22 Prozent unter ihrer 50-Tage-Linie. Kurzfristig war das Papier stark überverkauft. Der RSI-Indikator fiel auf 35,2. Dies löste am Freitag die technische Gegenreaktion aus.
Trotz der jüngsten Volatilität bleibt die Wall Street ruhig. Die Analysten von Bernstein bestätigten ihr Kursziel von 100 US-Dollar. Sie verweisen auf den langfristigen Wert der Strom-Pipeline. IREN besitzt Grundstücke, eigene Infrastruktur und Rechenzentren. Diese tiefe Wertschöpfungskette schützt effektiv vor externen Engpässen.
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