Der Treiber der monatelangen Halbleiter-Rally gerät ins Wanken. Meta Platforms will überschüssige Cloud- und KI-Kapazitäten an externe Kunden verkaufen. Dieser unerwartete Schritt weckt neue Zweifel am Markt. Investoren fürchten, dass die massiven Infrastruktur-Investitionen der Tech-Giganten ihren Höhepunkt erreicht haben.

Übernahmepläne verschärfen den Ausverkauf

Ein zweiter Schock verschlechterte die Stimmung zusätzlich. ON Semiconductor will den Konkurrenten Synaptics übernehmen und bezahlt den Deal mit neuen Aktien. Die Angst vor massiver Verwässerung drückte den Kurs von ON Semiconductor am 2. Juli um fast 20 Prozent.

Beide Ereignisse rissen den gesamten Sektor mit. Der iShares MSCI Global Semiconductors ETF spürte die Turbulenzen direkt. Am Freitag meldete sich der Fonds mit einem Kurssprung von 4,37 Prozent auf 19,30 Euro zurück. Dennoch beendete der ETF die Woche mit einem Minus von 2,62 Prozent.

Breite Streuung als Puffer

Die Struktur des Fonds verhinderte Schlimmeres. Der ETF verteilt sein Kapital auf 318 verschiedene Positionen. Größtes Schwergewicht ist Micron Technology mit knapp neun Prozent. AMD folgt mit rund 7,5 Prozent auf dem zweiten Platz. Dahinter reihen sich Branchengrößen wie TSMC, Nvidia und Broadcom ein.

Nicht alle Segmente leiden unter dem aktuellen Druck. Die Nachfrage nach speziellen KI-Logikchips bleibt robust. Ausrüster für Speicherchips kämpfen hingegen mit Überkapazitäten. Bei NAND-Speichern dürfte dieses Überangebot bis ins dritte Quartal 2026 anhalten.

Die asiatischen Märkte spiegeln diese Schwäche wider. Südkoreanische Speicher-Spezialisten traf es in der abgelaufenen Woche besonders hart. SK Hynix brach um über 14 Prozent ein. Samsung Electronics verlor rund neun Prozent an Wert.

Aufwärtstrend bleibt intakt

Trotz der volatilen Woche zeigt der langfristige Trend weiter nach oben. Seit Jahresbeginn verbucht der ETF ein massives Plus von gut 95 Prozent. Der Kurs hält sich stabil über der 50-Tage-Linie von 17,84 Euro.

Ein technischer Absturz bleibt aus. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von 51 ein neutrales Marktumfeld nach der Korrektur. Vom 52-Wochen-Hoch bei 21,52 Euro ist der Fonds aktuell gut zehn Prozent entfernt. Die Meta-Entscheidung wird den Markt bei Handelsstart am Montag sofort weiter beschäftigen.