Drei Zahlen dominieren gerade die Chip-Branche: 100 Milliarden Dollar von TSMC, ein Rekordquartal bei Intel, eine zweite Guidance-Anhebung bei ASML. Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc zeigt sich davon beeindruckt – trotz einer wackligen letzten Woche.

Der ETF notiert aktuell bei 17,91 Euro, ein Plus von 0,27 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 8,66 Prozent zu Buche. Anleger hatten nach dem Rekordhoch von 21,52 Euro am 22. Juni ihre Bewertungen neu justiert.

TSMC pumpt Milliarden in die USA

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company legt nach. Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips kündigt zusätzliche 100 Milliarden Dollar für vier neue Werke in Arizona an. Damit wächst TSMCs US-Fußabdruck auf insgesamt zwölf Fabriken.

Die gesamte geplante US-Investition von TSMC erreicht damit 265 Milliarden Dollar. Das Unternehmen begründet den Schritt mit der wachsenden Nachfrage nach Hochleistungsrechnern und KI-Beschleunigern. Parallel hebt TSMC die Umsatzprognose für 2026 an: Das Wachstum soll in US-Dollar über 40 Prozent liegen.

Treiber dieser Prognose ist die 2-Nanometer-Fertigung. Auch der Ausbau der Advanced-Packaging-Kapazitäten spielt eine Rolle. Beide Technologien gelten als Grundvoraussetzung für die nächste Generation von KI-Hardware.

Intel und ASML liefern Rückenwind

Intel meldete am 23. Juli 2026 Zahlen zum zweiten Quartal – und übertraf die Erwartungen deutlich. Der Umsatz kletterte um 25 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar, Analysten hatten nur 14,4 Milliarden Dollar erwartet.

CEO Lip-Bu Tan bezeichnete das Ergebnis als stärkstes Umsatzwachstum seit über 15 Jahren. Als Grund nannte er die außergewöhnliche Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,42 Dollar – doppelt so hoch wie von Analysten geschätzt.

ASML liefert das dritte starke Signal der Woche. Der niederländische Lithografie-Spezialist hebt seine Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 43 bis 45 Milliarden Euro an. Es ist bereits die zweite Anhebung in diesem Jahr. Als einziger Anbieter von EUV-Lithografiesystemen gilt ASML als Frühindikator für die globale Chipproduktion – die aktuelle Nachfragewelle nach diesen Anlagen bestätigt den Boom aus einer zweiten Richtung.

Langfristiger Trend bleibt intakt

Trotz der jüngsten Korrektur bleibt die Jahresperformance des ETF beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 87,38 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar 151,52 Prozent. Der Fonds notiert weiterhin 39,23 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt.

Der RSI von 46,4 signalisiert derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustände. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 63,80 Prozent zeigt aber: Der Sektor bleibt nervös. Kein Wunder bei einem Hochwachstumsmarkt, der gerade in einen komplexen Investitionszyklus rund um KI-Infrastruktur eintritt.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die milliardenschweren Expansionspläne von TSMC, Intel und ASML den Sektor auch technisch stabilisieren können. Die fundamentale Basis – Rekordumsätze, hochgesetzte Prognosen, ausgebuchte Kapazitäten – ist jedenfalls gelegt.