Ein Finanzierungs-Beben bei Nvidia und neue Konkurrenz aus China setzen die Chipbranche unter Druck. Der iShares MSCI Global Semiconductors ETF rutschte infolge der jüngsten Ereignisse deutlich ab. Innerhalb von 30 Tagen verlor der Fonds rund 16 Prozent an Wert.

Der 250-Milliarden-Dollar-Schock

Auslöser der Unruhe sind Verhandlungen zwischen Nvidia und OpenAI. Der Chiphersteller plant offenbar eine Finanzierungsgarantie über 250 Milliarden Dollar. Das Geld soll ein massives Rechenzentrum-Projekt im US-Bundesstaat Ohio absichern.

Kritiker warnen vor einer riskanten Kreislauf-Finanzierung. Nvidia könnte seine Bilanz nutzen, um die Kaufkraft der eigenen Kunden künstlich zu stützen. Die Aktie verlor daraufhin fast fünf Prozent an Boden und gab die Position als wertvollstes Unternehmen der Welt an Apple ab.

Druck aus Südkorea und China

Die Sorgen sprangen zeitgleich auf den asiatischen Markt über. Die Kurse der Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix brachen im gestrigen Handel zeitweise um rund zehn Prozent ein. Parallel dazu feierte der chinesische Konkurrent CXMT ein spektakuläres Börsendebüt in Shanghai.

Das neue Schwergewicht im Speichermarkt weckt Ängste vor einem Überangebot. Etablierte Hersteller könnten dadurch unter massiven Preisdruck geraten. Der iShares ETF spiegelt diese Unsicherheit wider und notiert derzeit 21 Prozent unter seinem Jahreshoch.

Trotz der Korrektur bleibt die langfristige Nachfrage nach Rechenleistung hoch. TSMC hob seine Investitionspläne für das Jahr 2026 auf 64 Milliarden Dollar an. Ob diese massiven Ausgaben zeitnah in echte Gewinne der breiten Branche umschlagen, entscheidet über den weiteren Trend im Sektor.