ITM Power Aktie: 26. Mai entscheidet über 46,5 Millionen

Bei ITM Power trennen sich die Wege von Privatanlegern und Institutionen. Während Kleinaktionäre Gewinne mitnehmen, erhöhen Großbanken ihre Kursziele massiv.

ITM Power Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordumsätze bei ITM Power Aktien
  • Jefferies und Morgan Stanley heben Kursziele
  • UBS bleibt skeptisch bei 60 Pence
  • Entscheidung über Subvention am 26. Mai

Privatanleger, die ITM Power bei 30 Pence gekauft haben, sitzen auf Gewinnen von fast 500 Prozent. Viele nehmen das Geld jetzt mit — während Großinvestoren ihre Kursziele verdoppeln und verdreifachen. Dieser Widerspruch hat die Aktie zu einer der meistgehandelten Werte in Großbritannien gemacht.

Rekordumsätze auf der Verkaufsseite

An einem einzigen Handelstag wechselten mehr als 13 Millionen Aktien den Besitzer. Das entspricht einem Volumen von 168 Prozent über dem Tagesdurchschnitt. Auf der Plattform AJ Bell war ITM Power in dieser Session die meistverkaufte Aktie — vor Schwergewichten wie Shell.

Der Auslöser: Die Aktie hatte zuvor ein 52-Wochen-Hoch von 179,70 Pence markiert, fiel dann auf 143,30 Pence zurück. Der Schlusskurs der Woche lag bei 163,20 Pence. Auf Jahressicht steht ein Plus von fast 123 Prozent.

Jefferies kauft, UBS bleibt skeptisch

Das institutionelle Lager ist gespalten. Jefferies stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 115 auf 200 Pence. Morgan Stanley folgte mit einer ähnlich drastischen Revision: Das Ziel stieg von 60 auf 170 Pence — die erste positive Einstufung eines Wasserstoff-Elektrolyseur-Herstellers durch die Bank seit 2021. Morgan Stanley erwartet, dass ITM Power im Geschäftsjahr 2028 die EBITDA-Gewinnschwelle erreicht — ein Jahr früher als der Marktkonsens. Der Umsatz soll dann bei 169 Millionen Pfund liegen, verglichen mit der Konsensschätzung von 109 Millionen Pfund.

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UBS hält dagegen. Die Schweizer Bank bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 60 Pence. Ihr Argument: Die Bewertung preist Fundamentaldaten ein, die noch nicht existieren.

Das Bewertungsniveau gibt UBS recht — zumindest auf den ersten Blick. ITM Power wird mit dem rund 38-fachen Umsatz bewertet. Der Vorsteuerverlust weitete sich zuletzt auf 45,4 Millionen Pfund aus.

Insider, Leerverkäufer, Technik

Chief Technology Officer Simon Bourne übte Optionen auf 1,33 Millionen Aktien aus einem Grant von 2010 aus — zu einem Ausübungspreis von durchschnittlich 32 Pence. Rund 873.000 davon verkaufte er anschließend zu durchschnittlich 157,44 Pence. Das Unternehmen bezeichnete die Transaktion als „Sell-to-Cover“ zur Deckung der Steuerlast. CEO Dennis Schulz hält seine 1,3 Millionen Aktien zurück — sie sind an Leistungsziele geknüpft und verfallen, wenn profitable Verträge und die neue Chronos-Fertigungslinie ausbleiben.

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Leerverkäufer halten sich zurück, aber sie sind präsent. Die Gesamtleerverkaufsquote liegt knapp unter 3 Prozent. Der Relative-Stärke-Index erreichte während der Rally 91,77 — ein Niveau, das historisch auf eine bevorstehende Konsolidierung hindeutet. Die Aktie notiert 117 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Alles hängt am 26. Mai

Der eigentliche Treiber für institutionelle Geduld ist ein einziges Datum. Am 26. Mai entscheidet die britische Subventionsbehörde über einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund für ITM Powers Chronos-Produktionslinie in Sheffield. Chronos soll die Leistung von Elektrolyseuren verdreifachen und die Kosten um 40 Prozent senken.

Darüber hinaus stehen drei weitere Entscheidungen an: das Ergebnis der britischen Hydrogen Allocation Round 2, eine mögliche finale Investitionsentscheidung für Unipers 120-Megawatt-Projekt am Humber sowie die FID für die automatisierte Chronos-Linie — erwartet im Juni 2026. Für Institutionen, die ihre Kursziele gerade massiv angehoben haben, liegt der eigentliche Payoff erst um 2028. Wer jetzt verkauft, wettet darauf, dass der Kurs die Nachrichten bereits vorwegnimmt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.