Privatanleger, die ITM Power bei 30 Pence gekauft haben, sitzen auf Gewinnen von fast 500 Prozent. Viele nehmen das Geld jetzt mit — während Großinvestoren ihre Kursziele verdoppeln und verdreifachen. Dieser Widerspruch hat die Aktie zu einer der meistgehandelten Werte in Großbritannien gemacht.
Rekordumsätze auf der Verkaufsseite
An einem einzigen Handelstag wechselten mehr als 13 Millionen Aktien den Besitzer. Das entspricht einem Volumen von 168 Prozent über dem Tagesdurchschnitt. Auf der Plattform AJ Bell war ITM Power in dieser Session die meistverkaufte Aktie — vor Schwergewichten wie Shell.
Der Auslöser: Die Aktie hatte zuvor ein 52-Wochen-Hoch von 179,70 Pence markiert, fiel dann auf 143,30 Pence zurück. Der Schlusskurs der Woche lag bei 163,20 Pence. Auf Jahressicht steht ein Plus von fast 123 Prozent.
Jefferies kauft, UBS bleibt skeptisch
Das institutionelle Lager ist gespalten. Jefferies stufte die Aktie auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel von 115 auf 200 Pence. Morgan Stanley folgte mit einer ähnlich drastischen Revision: Das Ziel stieg von 60 auf 170 Pence — die erste positive Einstufung eines Wasserstoff-Elektrolyseur-Herstellers durch die Bank seit 2021. Morgan Stanley erwartet, dass ITM Power im Geschäftsjahr 2028 die EBITDA-Gewinnschwelle erreicht — ein Jahr früher als der Marktkonsens. Der Umsatz soll dann bei 169 Millionen Pfund liegen, verglichen mit der Konsensschätzung von 109 Millionen Pfund.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ITM Power?
UBS hält dagegen. Die Schweizer Bank bleibt bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 60 Pence. Ihr Argument: Die Bewertung preist Fundamentaldaten ein, die noch nicht existieren.
Das Bewertungsniveau gibt UBS recht — zumindest auf den ersten Blick. ITM Power wird mit dem rund 38-fachen Umsatz bewertet. Der Vorsteuerverlust weitete sich zuletzt auf 45,4 Millionen Pfund aus.
Insider, Leerverkäufer, Technik
Chief Technology Officer Simon Bourne übte Optionen auf 1,33 Millionen Aktien aus einem Grant von 2010 aus — zu einem Ausübungspreis von durchschnittlich 32 Pence. Rund 873.000 davon verkaufte er anschließend zu durchschnittlich 157,44 Pence. Das Unternehmen bezeichnete die Transaktion als „Sell-to-Cover“ zur Deckung der Steuerlast. CEO Dennis Schulz hält seine 1,3 Millionen Aktien zurück — sie sind an Leistungsziele geknüpft und verfallen, wenn profitable Verträge und die neue Chronos-Fertigungslinie ausbleiben.
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Leerverkäufer halten sich zurück, aber sie sind präsent. Die Gesamtleerverkaufsquote liegt knapp unter 3 Prozent. Der Relative-Stärke-Index erreichte während der Rally 91,77 — ein Niveau, das historisch auf eine bevorstehende Konsolidierung hindeutet. Die Aktie notiert 117 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Alles hängt am 26. Mai
Der eigentliche Treiber für institutionelle Geduld ist ein einziges Datum. Am 26. Mai entscheidet die britische Subventionsbehörde über einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund für ITM Powers Chronos-Produktionslinie in Sheffield. Chronos soll die Leistung von Elektrolyseuren verdreifachen und die Kosten um 40 Prozent senken.
Darüber hinaus stehen drei weitere Entscheidungen an: das Ergebnis der britischen Hydrogen Allocation Round 2, eine mögliche finale Investitionsentscheidung für Unipers 120-Megawatt-Projekt am Humber sowie die FID für die automatisierte Chronos-Linie — erwartet im Juni 2026. Für Institutionen, die ihre Kursziele gerade massiv angehoben haben, liegt der eigentliche Payoff erst um 2028. Wer jetzt verkauft, wettet darauf, dass der Kurs die Nachrichten bereits vorwegnimmt.
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