ITM Power dringt in den europäischen Transportsektor vor. Der britische Elektrolyseur-Hersteller hat mit DB Systemtechnik, einer Tochter der Deutschen Bahn, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist eine Forschungs- und Innovationspartnerschaft rund um grünen Wasserstoff.

Wasserstoff für Schiene, Bus und Lkw

Die Kooperation zielt darauf ab, grünen Wasserstoff für die Dekarbonisierung des Schienenverkehrs zu nutzen — einschließlich Lokomotiven, Bussen und Lkw-Flotten. Im ersten Schritt führen beide Unternehmen eine sogenannte Front-End-Engineering-Studie durch. Diese prüft, wie sich ITMs Elektrolyseur-Technologie direkt an Deutsche-Bahn-Standorten integrieren lässt. Außerdem bewertet die Studie den kommerziellen Rahmen für eine breitere Nutzung im deutschen Schienennetz.

Die Partnerschaft baut auf einem vorläufigen Kooperationsrahmen auf, den beide Seiten im März 2025 vereinbart hatten. Mit dem Eintritt in die Engineering-Phase rückt das Projekt von der Theorie in die industrielle Anwendung. Für ITM Power öffnet sich damit ein Marktsegment, das sich mit reiner Batterietechnologie kaum elektrifizieren lässt.

Solide Finanzen, kritischer Termin

ITM Power steht finanziell auf stabilem Boden. Im jüngsten Halbjahresbericht meldete das Unternehmen aus Sheffield einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund. Die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 40 bis 43 Millionen Pfund. Der Auftragsbestand beträgt 152 Millionen Pfund — rund 71 Prozent davon gelten als profitabel. Die Liquidität ist mit knapp 198 Millionen Pfund Kassenbestand komfortabel.

Bis Ende Juni läuft eine wichtige Frist. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA entscheidet bis zum 30. Juni über einen Förderbescheid von 46,5 Millionen Pfund. Das Geld stammt aus einem Gesamtpaket von 86,5 Millionen Pfund, das auch eine Beteiligung von 10,8 Prozent durch die staatliche Great British Energy umfasst. Die Mittel sollen die Industrialisierung der „Chronos“-Stackplattform und den Ausbau der automatisierten Fertigung in Sheffield finanzieren. Das erklärte Ziel: eine jährliche Produktionskapazität von einem Gigawatt.

Genehmigt die CMA den Bescheid, wäre das ein deutlicher Schub für ITMs Wachstumsstrategie — sowohl für den DB-Deal als auch für die breitere Skalierung des Geschäfts.