ITM Power meldet einen strategischen Erfolg in Deutschland. Der britische Wasserstoff-Spezialist baut künftig grüne Infrastruktur für die Deutsche Bahn. Die Börse reagiert darauf überraschend negativ. Anleger schicken das Papier auf Talfahrt.

Machbarkeitsstudie für die Schiene

ITM Power und DB Systemtechnik haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie den Schienenverkehr und kritische Infrastruktur dekarbonisieren. Im ersten Schritt starten die Partner eine technische Machbarkeitsstudie. Diese prüft den Einsatz von ITM-Elektrolyseuren an verschiedenen Bahn-Standorten. Das Ziel: Züge, Busse und Lkw sollen künftig mit grünem Wasserstoff fahren.

Der Markt honoriert den Fortschritt kaum. Die Aktie fällt heute um 5,31 Prozent auf 1,39 Euro. Damit setzt sich der jüngste Abwärtstrend fort. Auf Monatssicht steht ein Minus von rund 32 Prozent auf der Kurstafel.

Das Papier schwankt extrem. Die annualisierte Volatilität liegt bei fast 99 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,58 Euro Ende Mai ist der Kurs mittlerweile weit entfernt. Dennoch bleibt die Jahresbilanz mit einem Plus von knapp 92 Prozent tiefgrün.

Bewegung im deutschen Wasserstoff-Netz

Parallel dazu nimmt der deutsche Wasserstoffmarkt Fahrt auf. Behörden genehmigten am Mittwoch eine neue Pipeline in Emden. Die Trasse verbindet ein geplantes 320-Megawatt-Projekt mit dem nationalen Kernnetz.

Davon profitiert auch die Industrie. Der Energieversorger EWE liefert ab 2030 jährlich 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff an Salzgitter. Das deckt etwa 6,5 Prozent des Bedarfs für das grüne Stahlprojekt des Konzerns. Indes nahm Plug Power eine neue Anlage in Dänemark in Betrieb.

Für ITM Power hängt nun viel von den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie ab. Diese definiert die kommerzielle Größenordnung des Bahn-Deals. Charttechnisch notiert die Aktie im überverkauften Bereich deutlich unter ihrem mittelfristigen Durchschnitt. Die 200-Tage-Linie bei 1,04 Euro bietet nun die nächste massive Unterstützung.