Johnson & Johnson legt bei seiner Immunologie-Sparte nach. Auf der Fachtagung der Myasthenia Gravis Foundation of America im Rahmen des AANEM-Jahrestreffens präsentiert der Konzern neue Zweijahresdaten zu IMAAVY, dem Antikörper-Wirkstoff gegen generalisierte Myasthenia gravis. Insgesamt stehen 15 neue Abstracts zur Präsentation an — ein deutliches Zeichen, wie stark J&J die Datenbasis für dieses Präparat ausbaut.

Stabile Wirkung bei Jugendlichen

Im Zentrum steht die Phase-2/3-Studie Vibrance-MG, die IMAAVY bei Jugendlichen mit anti-AChR-positiver gMG untersucht. Nach 108 Wochen zeigten die Teilnehmer im Schnitt eine Verbesserung von 2,88 Punkten auf der MG-ADL-Skala und von 8,25 Punkten auf der QMG-Skala für Muskelschwäche. Von sechs Patienten, die zu Studienbeginn Kortikosteroide einnahmen, reduzierten drei ihre Dosis, einer setzte das Medikament nach zwei Jahren ganz ab.

Auffällig ist der eng begrenzte Studienumfang: Nur sieben Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren wurden in Vibrance-MG eingeschlossen. Das ist typisch für seltene pädiatrische Indikationen, schränkt aber die statistische Aussagekraft ein. Neue Sicherheitssignale traten laut den vorgelegten Daten nicht auf — das Profil ähnelt dem bei Erwachsenen.

Wechsel von anderen Therapien

Eine zweite Auswertung nimmt Erwachsene in den Blick, die von anderen fortgeschrittenen Therapien auf IMAAVY umgestiegen sind. Befragt wurden Ärzte zu 97 Patientenfällen. Als häufigster Grund für den Wechsel wurde schwankende Symptomkontrolle unter der vorherigen Behandlung genannt, von mehr als der Hälfte der befragten Mediziner.

Nach dem Umstieg auf IMAAVY berichteten Ärzte bei rund drei Vierteln der Patienten von einer deutlichen Besserung. Ein ähnlich hoher Anteil der Patienten unter Prednison konnte die Dosis senken. Solche Real-World-Daten ersetzen keine kontrollierten Studien, liefern aber Hinweise darauf, wie sich der Wirkstoff im klinischen Alltag schlägt.

IMAAVY ist bislang der einzige von FDA und EMA zugelassene FcRn-Blocker für Patienten ab zwölf Jahren mit dieser Antikörper-Konstellation. Der Wirkstoff ist zudem für eine seltene Blutkrankheit zugelassen und wird in weiteren Indikationen wie Lupus und Sjögren-Syndrom geprüft.

Die nächsten Quartalszahlen von Johnson & Johnson stehen am 13. Oktober an — dort dürfte sich zeigen, wie stark die wachsende Studienpipeline im Immunologie-Geschäft bereits zum Umsatz beiträgt.