Johnson & Johnson hat für TALVEY eine wichtige regulatorische Empfehlung erhalten, aber noch keine endgültige Zulassung für die erweiterte Anwendung. Der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur empfahl gestern den breiteren Einsatz gegen multiples Myelom. Für Anleger eröffnet das eine zusätzliche Behandlungsperspektive. Ein bereits zugelassener neuer Einsatzbereich ist damit jedoch noch nicht verbunden.

Empfehlung für frühere Behandlung

Nach Angaben von Johnson & Johnson befürwortet der Ausschuss für Humanarzneimittel, kurz CHMP, TALVEY mit dem Wirkstoff Talquetamab in Kombination mit Daratumumab. Die Behandlung soll mit oder ohne Pomalidomid möglich sein.

Die Empfehlung betrifft Erwachsene mit wiederkehrendem oder gegen die Behandlung resistentem multiplem Myelom nach mindestens einer vorausgegangenen Therapie. Damit steht eine Erweiterung der Anwendung im Mittelpunkt, nicht die Zulassung eines neuen Wirkstoffs.

Entscheidend bleibt die Unterscheidung zwischen Empfehlung und endgültiger Genehmigung. Das positive Ausschussvotum unterstützt die angestrebte Erweiterung. Als bereits gesicherter Umsatzbeitrag lässt sich diese Perspektive daraus nicht ableiten.

Höhere Prognose trotz Gewinnbelastung

Die regulatorische Nachricht folgt auf die am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen. Johnson & Johnson meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 25,4 Milliarden $ und ein Wachstum von 5,9%.

Zugleich hob das Unternehmen seine Jahresprognose an. Die operative Entwicklung und der ausgewiesene Nettogewinn vermitteln allerdings unterschiedliche Bilder: Während der Umsatz zulegte, belasteten Sonderposten das Ergebnis erheblich.

Für 2026 erwartet Johnson & Johnson nun einen berichteten Umsatz von 101,0 bis 101,4 Milliarden $. Die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie beträgt 11,05 bis 11,15 $.

Bei der Beurteilung der Ertragslage ist deshalb die Trennung zwischen bereinigten Kennzahlen und ausgewiesenem Ergebnis besonders wichtig. Als Belastungen nannte das Unternehmen eine Rückstellung im Zusammenhang mit Talkum-Rechtsstreitigkeiten sowie Kosten im Zusammenhang mit Firefly Bio und Sail Biomedicines.

Der Nettogewinn im dritten Quartal 2026 sank um 95,9% auf 210 Millionen $. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,59 $.

Weitere Weichenstellung bei DePuy Synthes

Neben der Behandlungspipeline steht die geplante Trennung von DePuy Synthes auf der Agenda. Das Management erklärte am Dienstag, eher zu einer Abspaltung als zu einem Verkauf zu tendieren. Die Trennung ist bis Mitte 2027 geplant.

Die TALVEY-Empfehlung liefert damit einen konkreten regulatorischen Fortschritt, während Johnson & Johnson zugleich seine Struktur verändern will. Für die Bewertung der Therapieausweitung bleibt der nächste entscheidende Unterschied klar: Eine positive Empfehlung liegt vor, die endgültige Genehmigung für diesen Einsatz noch nicht.