Johnson & Johnson greift tief in die Tasche: Der Pharmagigant übernimmt das Biotech-Unternehmen Halda Therapeutics für 3,05 Milliarden Dollar – in bar. Die Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, vorbehaltlich der kartellrechtlichen Prüfung.

Was macht Halda so wertvoll? Das klinisch orientierte Unternehmen verfügt über eine proprietäre RIPTAC-Plattform zur Entwicklung oraler, zielgerichteter Therapien gegen solide Tumore. Im Fokus steht dabei Prostatakrebs – ein Markt, der bis 2030 auf 1,7 Millionen Neudiagnosen weltweit anwachsen dürfte.

Prostatakrebs im Visier

Der Hoffnungsträger von Halda heißt HLD-0915, eine klinisch getestete Therapie gegen Prostatakrebs. Doch damit nicht genug: Die Pipeline umfasst weitere Kandidaten für Brust- und Lungenkrebs sowie andere Tumorarten. Johnson & Johnson betont, dass die Plattform-Technologie auch außerhalb der Onkologie Potenzial birgt.

Die Übernahme stärkt das ohnehin tiefe Onkologie-Portfolio von Johnson & Johnson und soll mittel- bis langfristig als Wachstumskatalysator wirken. Für 2026 rechnet der Konzern allerdings mit einer Belastung des bereinigten Gewinns je Aktie um 0,15 Dollar – bedingt durch kurzfristige Finanzierungskosten und einmalige Aufwendungen für Mitarbeiter-Aktienpakete.

Tremfya liefert ab

Parallel dazu kommen positive Studienergebnisse aus der eigenen Forschung: Tremfya, ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper, zeigt in der Phase-3b-APEX-Studie starke 48-Wochen-Daten bei Psoriasis-Arthritis. Das Medikament reduzierte nicht nur Symptome, sondern hemmte auch das Fortschreiten struktureller Gelenkschäden.

Besonders bemerkenswert: In Woche 24 war die Fähigkeit von Tremfya, strukturelle Gelenkschäden zu verhindern, zweieinhalb Mal höher als unter Placebo. Patienten, die zunächst Placebo erhielten und in Woche 24 auf Tremfya wechselten, zeigten eine um 57 Prozent reduzierte radiografische Progression.

„Gelenkschäden können bei Psoriasis-Arthritis früh beginnen und schnell voranschreiten“, erklärt Christopher Ritchlin von der University of Rochester. Die APEX-Daten belegen, dass Guselkumab (der Wirkstoff in Tremfya) diesen Prozess hemmen kann – selbst wenn er bereits begonnen hat.

Doppelschlag für die Pipeline

Mit der Halda-Übernahme und den überzeugenden Tremfya-Daten setzt Johnson & Johnson ein klares Signal: Der Konzern investiert massiv in seine Onkologie- und Immunologie-Sparte. Die Frage bleibt, wie schnell sich die Milliarden-Investition auszahlt – und ob HLD-0915 die hohen Erwartungen erfüllen kann.