KLA-Tencor profitiert vom KI-Boom wie kaum ein anderer Zulieferer. Seit Jahresbeginn kletterte der Kurs um mehr als 54 Prozent, das 52-Wochen-Hoch von 1.730 Euro liegt nur drei Prozent entfernt. Gleichzeitig wächst die Frage, ob die Rallye bereits zu viel des Guten eingepreist hat.
Der Treiber ist eindeutig: Die Chipindustrie investiert massiv in neue Fertigungskapazitäten. UBS-Analysten verweisen auf geplante Ausgaben von über 50 Milliarden Dollar für KI-Hardware in den nächsten fünf Jahren. Die Folge: eine strukturelle Unterversorgung bei spezialisierten Halbleitern und Hochlauf bei den Herstellern der Fertigungsanlagen. KLA-Tencor, Marktführer bei Wafer-Inspektionssystemen, zieht mit der Branche mit – und Micron als Stimmungsbarometer gibt zusätzlichen Rückenwind.
Zahlen untermauern den Aufschwung
Die Zahlen des dritten Quartals bestätigen den Trend. Der Gewinn je Aktie lag mit 9,40 Dollar über den Erwartungen, der Umsatz stieg um 11,5 Prozent auf 3,42 Milliarden Dollar. Noch wichtiger ist der Ausblick: Der Adressmarkt für Wafer-Fertigungsanlagen soll 2026 auf über 140 Milliarden Dollar wachsen, ein Plus von 27 Prozent. Das Management sieht sich mit einem prall gefüllten Auftragsbuch bis 2027 versorgt.
Parallel dazu bedient KLA seine Aktionäre. Die Quartalsdividende steigt um 21 Prozent auf 2,30 Dollar je Aktie. Ein Aktienrückkauf im Wert von sieben Milliarden Dollar wurde aufgelegt. Und am 12. Juni folgt ein Aktiensplit im Verhältnis 10:1 – ein Schritt, der die Papiere optisch günstiger macht und die Liquidität erhöhen soll.
Die Bewertungsfrage
Bleibt das KGV von rund 57 – fast dreimal so hoch wie der Fünf-Jahres-Median von 26. Die Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Moderate Buy“, die Kursspanne ist breit. Das deutet auf unterschiedliche Einschätzungen zur Nachhaltigkeit des Wachstums hin. Ob die KI-Investitionen langfristig so dynamisch bleiben, ist offen. Der Markt preist derzeit viel Optimismus ein. Der Aktiensplit mag das Sentiment kurzfristig stützen – die eigentliche Bewährungsprobe kommt mit den nächsten Quartalszahlen und der Frage, ob die Margen mit dem Umsatzwachstum Schritt halten.
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