Worthington Steel bietet elf Euro je Aktie. Der Markt zahlt für Klöckner & Co aktuell deutlich mehr. Die Aktie notiert bei 12,56 Euro und damit nah am Jahreshoch. Seit Januar steht ein Kursplus von gut 53 Prozent auf der Anzeigetafel. Hinter diesem Aufschlag steckt handfeste Spekulation.
Fokus auf den Squeeze-out
Das US-Unternehmen Worthington Steel hat sich bereits gut 60 Prozent der Anteile gesichert. Der Abschluss des Deals wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Parallel dazu hat der Käufer die feste Absicht erklärt, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abzuschließen.
Später könnte ein Delisting oder ein Squeeze-out der verbliebenen Minderheitsaktionäre folgen. Für diesen Fall sieht das Gesetz eine Unternehmensbewertung vor, um die Abfindungshöhe zu bestimmen. Der aktuelle Kurs über dem Angebotspreis signalisiert klar: Investoren rechnen mit einem Nachschlag.
Zölle als unerwarteter Gewinnhebel
Operativ liefert der Stahlhändler Argumente für eine hohe Bewertung. Im ersten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis um fast zehn Prozent auf 46 Millionen Euro. Der Umsatz sank zwar auf 1,6 Milliarden Euro. Das lag primär am Verkauf mehrerer US-Standorte. Ohne diesen Effekt wären die Erlöse leicht gewachsen.
Bemerkenswert ist die Positionierung in den USA. Die dortigen Importzölle auf Stahl und Aluminium belasten viele europäische Konkurrenten. Klöckner kauft und verkauft dagegen lokal. Etwa die Hälfte des Konzernumsatzes entsteht in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen profitierte zuletzt davon, Material günstig eingekauft zu haben, während die Verkaufspreise infolge der Zollpolitik marktweit stiegen.
Breite Spanne für das zweite Quartal
Für das laufende zweite Quartal prognostiziert das Management ein operatives Ergebnis zwischen 40 und 80 Millionen Euro. Diese ungewöhnlich breite Spanne verdeutlicht die Zweiteilung im Stahlmarkt. Maschinenbau und Rüstungsindustrie ordern kräftig. Die Baubranche hält sich dagegen spürbar zurück.
Das operative Geschäft liefert somit das Fundament. Die Kursentwicklung entscheidet sich in den kommenden Monaten allerdings auf der gesellschaftsrechtlichen Bühne. Sobald die Behörden den Deal freigeben, rückt das gesetzliche Bewertungsgutachten für die verbliebenen Aktionäre in den Mittelpunkt.
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