KNDS braucht Platz. Die Auftragsbücher des deutsch-französischen Panzerbauers füllen sich schnell, Europas Staaten bestellen schweres Gerät. Ausgerechnet alte Autowerke könnten nun helfen. Der geplante Börsengang im Sommer bleibt dagegen ein politisch und regulatorisch heikler Lauf.
Autowerke als Rüstungskapazität
Im Gespräch ist das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde südlich von Berlin. KNDS könnte dort Teile der Fabrik zunächst mieten und später mehr übernehmen. Auch ein Teil der rund 2.000 Beschäftigten könnte dabei eine Rolle spielen.
Für Mercedes wäre das ein Weg, den Standort weiter zu nutzen. Für KNDS wäre es ein schneller Zugriff auf Industrieflächen, Fachkräfte und bestehende Logistik. Genau diese Mischung ist in der Rüstungsproduktion knapp.
Ein zweiter Standort liegt in Osnabrück. Volkswagen will dort die Autoproduktion bis 2027 beenden. Allerdings hat Rafael Advanced Defense Systems aus Israel bereits eine Absichtserklärung für die Übernahme unterzeichnet.
Ein KNDS-Sprecher beschreibt den Konzern als „auf Wachstumskurs“. Man suche passende Partner für den geplanten Produktionshochlauf im Verteidigungsbereich. Die Gespräche liefen weiter.
Aufträge treiben den Ausbau
Der Auftragseingang erreichte 2024 den Rekordwert von 11,2 Milliarden Euro. Das lag mehr als 40 Prozent über dem Vorjahr.
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Diese Zahlen erklären, warum KNDS nun Tempo macht. Der Konzern muss nicht erst Nachfrage schaffen. Er muss liefern können.
Der Auftragsbestand wuchs auf rund 23,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg von 3,3 auf 3,8 Milliarden Euro. Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei.
Auch außerhalb Deutschlands baut KNDS Kapazitäten aus. In Levanger in Norwegen eröffnete der Konzern am 4. Mai eine neue Fertigung für den Leopard 2A8NO. Die Produktion soll im dritten Quartal 2026 starten.
Die Anlage kann bis zu 36 Kampfpanzer pro Jahr bauen. Sie umfasst auch Teststrecken, darunter eine Laserbahn, Steigungen und ein Wasserbecken.
Das norwegische Programm umfasst 54 Leopard-Panzer. Davon sollen 17 in Deutschland und 37 in Norwegen entstehen. Erste Fahrzeuge gingen bereits Ende April an die norwegische Armee.
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Bei der Artillerie steigt ebenfalls der Takt. Im Mai liefen die ersten modernisierten PzH 2000 A4 für die Bundeswehr an. Der Auftrag umfasst 22 Systeme, daneben läuft ein Paket über 123 Leopard 2 A8.
Großbritannien kommt als weiterer Kunde hinzu. Ein Vertrag über 1 Milliarde Pfund deckt 72 ferngesteuerte RCH-155-Haubitzen auf Boxer-Fahrgestellen ab. Erste Lieferungen sind für 2028 geplant.
Börsengang hängt an Berlin und PwC
Operativ passt das Bild zu einem Börsengang. Politisch ist es komplizierter. In Berlin gibt es Streit über die mögliche Staatsbeteiligung vor dem IPO.
Verteidigungs- und Finanzministerium befürworten 40 Prozent für den Bund. Wirtschaftsministerium und Kanzler Friedrich Merz halten 30 Prozent für ausreichend, um wichtige Beschlüsse zu blockieren.
Hinzu kommt ein Prüfungsproblem. PwC gibt den Jahresabschluss bisher nicht frei. Grund ist eine unabhängige Untersuchung zu Korruptionsvorwürfen rund um einen Katar-Vertrag aus dem Jahr 2013.
Der nächste feste Punkt ist Ende Mai. Dann erwartet das Management den Abschluss der Prüfung. Kommt die Freigabe rechtzeitig, könnte ein Doppellisting in Frankfurt und Paris im Juni oder Juli starten.
Rund ein Viertel des Kapitals soll an die Börse kommen. Banker kalkulieren mit einem Unternehmenswert von 18 bis 20 Milliarden Euro. Frühere Schätzungen lagen höher, teils bei bis zu 25 Milliarden Euro.
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