KNDS Aktie: 11,2 Milliarden Euro Auftragseingang 2024

Der Panzerbauer KNDS plant die Nutzung ehemaliger Autofabriken und treibt den Börsengang voran, der jedoch politisch umstritten ist.

KNDS Aktie
Kurz & knapp:
  • Gespräche über Mercedes-Werk in Ludwigsfelde
  • Rekord-Auftragseingang von 11,2 Milliarden Euro
  • Neue Panzerfertigung in Norwegen eröffnet
  • IPO-Streit um Staatsbeteiligung in Berlin

KNDS braucht Platz. Die Auftragsbücher des deutsch-französischen Panzerbauers füllen sich schnell, Europas Staaten bestellen schweres Gerät. Ausgerechnet alte Autowerke könnten nun helfen. Der geplante Börsengang im Sommer bleibt dagegen ein politisch und regulatorisch heikler Lauf.

Autowerke als Rüstungskapazität

Im Gespräch ist das Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde südlich von Berlin. KNDS könnte dort Teile der Fabrik zunächst mieten und später mehr übernehmen. Auch ein Teil der rund 2.000 Beschäftigten könnte dabei eine Rolle spielen.

Für Mercedes wäre das ein Weg, den Standort weiter zu nutzen. Für KNDS wäre es ein schneller Zugriff auf Industrieflächen, Fachkräfte und bestehende Logistik. Genau diese Mischung ist in der Rüstungsproduktion knapp.

Ein zweiter Standort liegt in Osnabrück. Volkswagen will dort die Autoproduktion bis 2027 beenden. Allerdings hat Rafael Advanced Defense Systems aus Israel bereits eine Absichtserklärung für die Übernahme unterzeichnet.

Ein KNDS-Sprecher beschreibt den Konzern als „auf Wachstumskurs“. Man suche passende Partner für den geplanten Produktionshochlauf im Verteidigungsbereich. Die Gespräche liefen weiter.

Aufträge treiben den Ausbau

Der Auftragseingang erreichte 2024 den Rekordwert von 11,2 Milliarden Euro. Das lag mehr als 40 Prozent über dem Vorjahr.

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Diese Zahlen erklären, warum KNDS nun Tempo macht. Der Konzern muss nicht erst Nachfrage schaffen. Er muss liefern können.

Der Auftragsbestand wuchs auf rund 23,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg von 3,3 auf 3,8 Milliarden Euro. Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei.

Auch außerhalb Deutschlands baut KNDS Kapazitäten aus. In Levanger in Norwegen eröffnete der Konzern am 4. Mai eine neue Fertigung für den Leopard 2A8NO. Die Produktion soll im dritten Quartal 2026 starten.

Die Anlage kann bis zu 36 Kampfpanzer pro Jahr bauen. Sie umfasst auch Teststrecken, darunter eine Laserbahn, Steigungen und ein Wasserbecken.

Das norwegische Programm umfasst 54 Leopard-Panzer. Davon sollen 17 in Deutschland und 37 in Norwegen entstehen. Erste Fahrzeuge gingen bereits Ende April an die norwegische Armee.

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Bei der Artillerie steigt ebenfalls der Takt. Im Mai liefen die ersten modernisierten PzH 2000 A4 für die Bundeswehr an. Der Auftrag umfasst 22 Systeme, daneben läuft ein Paket über 123 Leopard 2 A8.

Großbritannien kommt als weiterer Kunde hinzu. Ein Vertrag über 1 Milliarde Pfund deckt 72 ferngesteuerte RCH-155-Haubitzen auf Boxer-Fahrgestellen ab. Erste Lieferungen sind für 2028 geplant.

Börsengang hängt an Berlin und PwC

Operativ passt das Bild zu einem Börsengang. Politisch ist es komplizierter. In Berlin gibt es Streit über die mögliche Staatsbeteiligung vor dem IPO.

Verteidigungs- und Finanzministerium befürworten 40 Prozent für den Bund. Wirtschaftsministerium und Kanzler Friedrich Merz halten 30 Prozent für ausreichend, um wichtige Beschlüsse zu blockieren.

Hinzu kommt ein Prüfungsproblem. PwC gibt den Jahresabschluss bisher nicht frei. Grund ist eine unabhängige Untersuchung zu Korruptionsvorwürfen rund um einen Katar-Vertrag aus dem Jahr 2013.

Der nächste feste Punkt ist Ende Mai. Dann erwartet das Management den Abschluss der Prüfung. Kommt die Freigabe rechtzeitig, könnte ein Doppellisting in Frankfurt und Paris im Juni oder Juli starten.

Rund ein Viertel des Kapitals soll an die Börse kommen. Banker kalkulieren mit einem Unternehmenswert von 18 bis 20 Milliarden Euro. Frühere Schätzungen lagen höher, teils bei bis zu 25 Milliarden Euro.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.