Der geplante Börsengang von KNDS wird zum politischen Stresstest. Berlin will vor dem Debüt beim deutsch-französischen Panzerbauer einsteigen. Der Zeitplan bleibt aber eng, weil Eigentümerfragen, ein Prüfthema in Katar und schwächere Marktstimmung zusammenlaufen.
Berlin sucht den Einstieg
Die Bundesregierung hat sich auf eine gemeinsame Linie für ein Beteiligungsangebot zubewegt. Staatssekretäre aus Verteidigungs- und Wirtschaftsministerium haben den Eigentümerfamilien ein Schreiben mit einem Angebot geschickt. Berlin strebt demnach einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an.
Ganz geklärt ist der Kurs nicht. Verteidigungs- und Finanzministerium favorisieren 40 Prozent, um mit einer möglichen französischen Beteiligung gleichzuziehen. Wirtschaftsministerium und Kanzler Friedrich Merz halten 30 Prozent für ausreichend, weil dies nach niederländischem Recht eine Sperrminorität sichern könnte.
Aktuell kontrolliert Frankreich die eine Hälfte von KNDS. Die andere Hälfte liegt bei den deutschen Familien des früheren Krauss-Maffei Wegmann-Umfelds. Diese Familien wollen ihren Anteil verkaufen und haben ihre Aktien in der Wegmann-Holding gebündelt.
Management hält am Zeitplan fest
KNDS-Chef Jean-Paul Alary setzte am 15. Mai ein klares Signal. Das Unternehmen bereitet den möglichen Börsengang weiter planmäßig vor. Die Gespräche mit allen relevanten Beteiligten liefen konstruktiv, erklärte er.
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Alary sagte auch, KNDS würde eine mögliche Beteiligung des Bundes am Aktionärskreis „natürlich begrüßen“. Im Mittelpunkt stehe aber die sorgfältige Vorbereitung des IPO im Interesse von Unternehmen, Eigentümern, Mitarbeitern und Kunden.
Damit widerspricht das Management dem politischen Wunsch nach mehr Zeit. Medien hatten zuvor berichtet, Berlin habe Eigentümer und Führung gebeten, den ursprünglich vor der Sommerpause geplanten Börsengang in den Herbst zu verschieben.
Komplexer wird das Bild durch CSG NV. Der Munitionshersteller hat den Eigentümerfamilien ein Angebot für einen Anteil an KNDS unterbreitet. Die Offerte soll überwiegend oder vollständig in bar erfolgt sein.
Katar-Prüfung wird zum Engpass
Ein operativer Prüfpunkt wiegt schwerer als die politischen Manöver. KNDS untersucht einen früheren Auftrag mit den Streitkräften Katars aus dem Jahr 2013. Die Kanzlei Freshfields prüft den Vorgang.
Damals ging es um 24 Panzerhaubitzen PzH 2000 und 62 Leopard-2-Panzer. Das Paket hatte ein gemeldetes Volumen von 1,89 Milliarden Euro. KNDS betont, interne Prüfungen hätten keine Hinweise auf strafbares Verhalten aktueller oder früherer Mitarbeiter ergeben.
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Für den Börsengang zählt nun das Testat. Ohne geprüften Abschluss kann kein Prospekt erscheinen. Das Management rechnet mit einem Abschluss der Prüfung bis Mai 2026, womit ein Start im Juni oder Juli noch möglich bleibt.
Bewertung steht unter Druck
Die Marktstimmung hilft nicht. Berater haben die erwartete Bewertung von KNDS auf 18 bis 20 Milliarden Euro gesenkt. Zuvor stand zeitweise ein Wert von bis zu 25 Milliarden Euro im Raum.
Europäische Rüstungswerte haben zuletzt Luft abgelassen. Der Branchenindex Stoxx Europe Total Market Aerospace & Defense liegt seit Jahresbeginn im Minus. Rheinmetall hat seit Ende Januar deutlich stärker korrigiert.
Operativ liefert KNDS weiter Argumente für die Investmentstory. Die ersten modernisierten PzH 2000 A4 laufen für die Bundeswehr an. In München-Allach nahm der Konzern außerdem eine neue Montagelinie für den Boxer-Radpanzer in Betrieb.
Ende 2024 standen Aufträge über 23,5 Milliarden Euro in den Büchern. Der Umsatz stieg auf 3,8 Milliarden Euro, ein Plus von 17 Prozent. Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale koordinieren die geplante Doppelstruktur in Frankfurt und Paris.
Kommt das Testat bis Ende Mai, bleibt ein IPO im Juni oder Juli möglich. Verzögern sich Katar-Prüfung, Eigentümergespräche oder Marktfenster weiter, rückt der Herbst als realistischere Variante nach vorn.
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